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  • IoT
  • November 16, 2021

Wie intelligente Technologien zur Dekarbonisierung beitragen

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Intelligente Technologien wie IoT, mobile Big Data und künstliche Intelligenz (KI) können 40 Prozent zur Reduzierung der Kohlenstoffemissionen beitragen. Dies ist erforderlich, um die globale Erwärmung auf 1,5 °C über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Die Behauptung stammt von der GSMA (Groupe Speciale Mobile Association), einer globalen Organisation, die die Interessen von Netzbetreibern auf der ganzen Welt vertritt und mehr als 750 von ihnen sowie rund 400 Unternehmen aus einem breiteren Ökosystem zusammenbringt.

Die Organisation appelliert an Wirtschaftsführer und politische Entscheidungsträger, das Potenzial der mobilen Konnektivität und intelligenter Technologien zu nutzen. So soll das Ziel der vollständigen Dekarbonisierung des Planeten bis 2050 erreicht werden. Im Rahmen einer von der GSMA geleiteten Initiative legten mehr als 50 Mobilfunkbetreiber ihren ökologischen Fußabdruck und ihre Treibhausgasemissionen über das international anerkannte CDP-System offen.

Zum Vergleich: Mobilfunknetze sind für etwa 0,4 Prozent der weltweiten Emissionen verantwortlich. Die Kommunikationstechnologien, die sie ermöglichen, tragen jedoch dazu bei, Emissionen um den Faktor 10 zu vermeiden, so die GSMA – vor allem aufgrund des geringeren Strom-, Gas- und Kraftstoffverbrauchs.

Und man muss nicht in so viele neue Technologien investieren, um die Entwicklung einer kohlenstoffarmen Wirtschaft voranzutreiben: Intelligente Konnektivitätsfunktionen sind bereits vorhanden. Untersuchungen der GSMA zeigen jedoch, dass sie von energieintensiven Sektoren wie der verarbeitenden Industrie und dem Energiesektor selbst deutlich zu wenig genutzt werden.

Konnektivitätstechnologien werden weltweit nur in einem Prozent des Fertigungssektors eingesetzt. Im Energiesektor werden sie in etwa 35 Prozent der Solarenergienetze und in zehn Prozent der Windenergienetze weltweit angewendet. Ungenutztes Potenzial also, das dazu beitragen könnte, fast 40 Prozent der erforderlichen Emissionssenkungen zu erzielen, um die für 2030 gesteckten Ziele zu erreichen – damit diese Sektoren bis 2050 „kohlenstofffrei“ werden.

„Viele mögen denken, dass wir neue zukünftige Technologielösungen brauchen, um die Null-Kohlenstoff-Ziele zu erreichen. Wir von der GSMA sind da anderer Meinung. Wir glauben, dass viele der intelligenten Werkzeuge und Technologien zur Emissionsreduzierung, insbesondere im Energiesektor, bereits verfügbar sind – sie werden nur nicht in vollem Umfang genutzt“, sagt Mats Granryd, Generaldirektor der GSMA.

Die GSMA-Forschung konzentriert sich auf vier energieintensive Sektoren (Fertigung, Energie, Gebäude und Verkehr) und betrachtet auch die Bereiche Landwirtschaft und Arbeit/ Gesundheit/ Leben. Sie zeigt, wie breit angelegte intelligente Technologien und Konnektivität bis 2030 eine Emissionsreduzierung fördern können. Dies entspräche der Stilllegung von 2.700 Kohlekraftwerken.

Im Falle des verarbeitenden Gewerbes bewertete die GSMA den Einsatz von IoT-Sensoren (Internet der Dinge) in intelligenteren Prozessen zur Produktionsüberwachung, Diagnose und Bestandsverfolgung. Sie kam zu dem Schluss, dass mit IoT-Technologien eine Emissionsreduzierung von 16 Prozent erreicht werden kann, was den Emissionen entspricht, die bei der Herstellung von 140 Millionen Autos entstehen.

Im Energiesektor können 46 Prozent der Emissionsreduzierung durch die Einrichtung vernetzter Solar- und Windkraftanlagen erreicht werden. Das entspräche der Abschaltung von etwa tausend Kohlekraftwerken bis 2030.

Im Gebäudesektor können 43 Prozent der Emissionssenkung durch die Installation intelligenter Zähler für Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen erreicht werden. Heute verfügen nur 60 Millionen gewerbliche Einrichtungen über intelligente Anschlüsse an Strom- und Gasnetze, ein kleiner Bruchteil aller Gebäude im gewerblichen Sektor weltweit.

Im Verkehrsbereich könnten 65 Prozent der Emissionsreduzierung durch digitale Infrastrukturen erzielt werden, die beispielsweise Elektrofahrzeuge, Fernarbeit und Flottenmanagement unterstützen. Dies entspräche 2,8 Milliarden Flügen zwischen New York und Paris in neun Jahren.

Auf der COP26 demonstriert die GSMA ein elektrisches Connected Autonomous Vehicle, das 5G-Netzwerke nutzt. Echtzeit-Verschmutzungssensoren liefern Daten von verschiedenen Standorten in Großbritannien. Die Organisation hat auch eine Diskussionsrunde organisiert, um zu erörtern, wie Mobiltechnologien dazu beitragen können, die vollständige Dekarbonisierung schneller und kostengünstiger zu erreichen.

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