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Tools für Distributed Monitoring – Review 2021

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Was ist Distributed (Network) Monitoring?

Distributed Network Monitoring – oft auch als dezentrale Netzwerküberwachung bezeichnet – bietet die Möglichkeit, dezentralisierte IT-Infrastrukturen und deren Netzwerkleistung zu überwachen. Es handelt sich dabei um eine Strategie zur Sammlung von Informationen von mehreren Überwachungspunkten. Dadurch können Probleme im Netzwerk, bei Geräten oder Anwendungen identifiziert werden, auch wenn sie sich nicht im lokalen Netzwerk befinden. Dieser Ansatz wird von vielen Network Monitoring Lösungen verwendet, um der zunehmenden Verlagerung zu verteilten Distributed Monitoring Infrastrukturen und Cloud-basierten Diensten gerecht zu werden.

Warum ist das so wichtig?

Wenn von Distributed Monitoring die Rede ist, denkt man in der Regel zuerst an große Unternehmen mit mehreren Standorten, deren jeweilige IT-Infrastrukturen überwacht werden müssen. Auch MSPs nutzen diese Methode zunehmend, um die IT-Netzwerke ihrer Kunden zu überwachen und die vereinbarten SLAs einzuhalten. Aber auch immer mehr Unternehmen legen ihre Daten in der Cloud ab und gehen zu einer dezentralen Dateninfrastruktur über. Im Gegensatz zu zentralisierten Infrastrukturen, bei denen es hauptsächlich um die Netzwerkleistung des Rechenzentrums der Zentrale und der angeschlossenen Standorte ging, reicht dies für die heutigen Cloud-basierten Dienste nicht mehr aus. Lokale Internet-Gateways an jedem Standort sowie ein dediziertes Rechenzentrum und Cloud-basierte Dienste erfordern einen anderen Ansatz für die Überwachung. Wir haben uns verschiedene Lösungen angeschaut und geben Ihnen hier einen Überblick.

1. Paessler PRTG Enterprise Monitor

PRTG Enterprise Monitor skaliert auf große IT-Umgebungen mit Tausenden von Geräten und Systemen an mehreren Standorten und bietet eine einfache Möglichkeit, Transparenz und Kontrolle über immer komplexere Infrastrukturen zu gewinnen. ITOps Board erweitert die PRTG-Installation um eine zusätzliche serviceorientierte, zentrale Übersicht über mehrere PRTG-Server. Damit lassen sich Echtzeit-Dashboards erstellen, die einen zentralen Überblick über alles Wichtige geben.

Zur Überwachung verteilter Standorte können mit dieser Lösung beliebig viele sogenannte Remote Probes ohne zusätzliche Kosten eingesetzt werden. Alternativ können auch zusätzliche lokale Sonden installiert und in ITOps Board kombiniert werden. Diese Optionen sind ideal für Unternehmen mit mehreren Niederlassungen sowie für IT-Dienstleister, die Kundennetzwerke ohne zusätzliche Kosten für verteilte Ausgaben aus der Ferne überwachen und damit deutlich höhere Service Levels garantieren wollen. Sie können sowohl das gesamte Unternehmensnetzwerk als auch mehrere Kundennetzwerke zentral überwachen, was sowohl Verwaltungsaufwand als auch Zeit spart.

Paessler hat die Remote-Probe-Funktion direkt in PRTG Enterprise Monitor implementiert, sodass die Überwachung mehrerer Netzwerke mit nur einer Lizenz möglich ist. Für diese aufwand- und kostenoptimierte Variante wurde eine spezielle Systemarchitektur entwickelt. Der PRTG-Server ist für die Datenspeicherung, den Webserver, die Alarmierung, das Reporting und vieles mehr zuständig. Die einzelnen Remote Probes sammeln die relevanten Daten und senden sie verschlüsselt an den PRTG-Server.

Auf diese Weise ist die Überwachung einer weltweiten IT-Unternehmensstruktur möglich. Die Sonden können entweder im gleichen Netzwerk wie der PRTG-Server oder in räumlich getrennten Netzwerken installiert werden. Voraussetzung ist, dass sie über das Internet mit dem PRTG-Server kommunizieren. Damit entfallen zeitaufwändige Mehrfachinstallationen ebenso wie der Kauf einer großen Anzahl von Einzellizenzen oder teurer “verteilter” Versionen.

2. WhatsUp Gold

Die Funktion Remote Network Monitoring (Distributed Monitoring) erweitert die Funktionen von WhatsUp Gold by Progress (ehemals Ipswitch) auf mehrere Remote-Netzwerke und ermöglicht eine zentrale Installation und eine oder mehrere Remote-Installationen. Eine einzelne Instanz von WhatsUp Gold wird in einer verteilten Umgebung allein aufgrund der bei der Installation verwendeten Lizenz entweder als zentraler Standort oder als Remote-Standort identifiziert.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass für jeden zentralen oder entfernten Server eine separate WhatsUp Gold-Lizenz erforderlich ist.

Zusammen bieten die zentralen und dezentralen Installationen eine hohe Transparenz für mehrere Netzwerke von einem Standort aus.

3. Icinga 2

Distributed Monitoring mit Icinga basiert auf Mastern, Satelliten und Agenten, wobei ein Masterknoten an der Spitze der Hierarchie steht. Ein Satellit ist entweder ein Kind eines Satelliten oder eines Masterknotens. Agenten stellen die Verbindung zu den Master- und/oder Satellitenknoten sicher.

Ein Client kann ein sekundärer Master, ein Satellit oder ein Agent sein. Er fordert typischerweise etwas vom primären Master oder Elternknoten an. Die Installation auf jedem System ist die gleiche: Sie müssen das Icinga 2-Paket und die erforderlichen Plugins installieren.

Die Icinga 2-Hierarchie besteht aus sogenannten Zonenobjekten. Zonen hängen von einer Eltern-Kind-Beziehung ab, um sich gegenseitig zu vertrauen. Es gibt bestimmte Einschränkungen für untergeordnete Zonen, wie zum Beispiel, dass ihre Mitglieder keine Konfigurationsbefehle an die Mitglieder der übergeordneten Zone senden dürfen. Umgekehrt erlaubt die Vertrauenshierarchie beispielsweise der Master-Zone, Konfigurationsdateien an die Satellitenzone zu senden.

4. ManageEngine

OpManager implementiert eine robuste Probe-Central-Architektur, die eine Skalierung ermöglicht, wenn ein Unternehmen wächst und expandiert – ohne dabei die Zuverlässigkeit zu beeinträchtigen. Die Sonden werden an den entfernten Netzwerküberwachungsstandorten eingerichtet. Der zentrale Server ist so konzipiert, dass er die erforderliche Netzwerktransparenz über die Standorte hinweg bietet und über den Netzzustand sowie die Leistungsstatistiken mehrerer entfernter Sonden berichtet.

OpManager macht individuelle Aktualisierungen und Konfigurationen für jeden entfernten Standort überflüssig. Zentrale Änderungen werden für alle Sonden übernommen. Die Sonden können auf der Grundlage der Sprache konfiguriert werden, wodurch das Problem der Sprachbarriere beseitigt wird.

Das Lizenzierungsschema für die Sonde kann von allen entfernten Standorten gemeinsam genutzt werden; die verteilte Überwachung muss jedoch zusätzlich lizenziert werden oder ist nur in der Enterprise Edition enthalten.

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