Technologieriesen führen 2021 den Verbrauch von sauberer Energie an

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Die Tech-Giganten waren 2021 die größten Abnehmer sauberer Energie. Auch Amazon gehört dazu: Im weltweiten Vergleich hat das Unternehmen das zweite Jahr in Folge die meiste erneuerbare Energie verbraucht. Hinzu kommt, dass Amazon 44 Stromabnahmevereinbarungen (PPA) in neun Ländern ankündigte, die sich bis 2022 auf insgesamt 6,2 GW belaufen werden, so BloombergNEF (BNEF). Damit erhöht sich die Gesamtkapazität für saubere Energie auf 13,9 GW, womit das Unternehmen weltweit auf Platz 12 liegt.

Microsoft und Meta folgen mit 8,9 GW bzw. 8 GW. Früher stand Google auf dem Podium, nun konzentriert sich das Unternehmen aber auf die Bereitstellung von CO2-neutraler Energie abseits der PPAs.

„Die Portfolios der Technologieriesen im Bereich der sauberen Energie können es inzwischen mit denen der weltweit größten Versorgungsunternehmen aufnehmen. Denn die Tech-Giganten sehen sich einem zunehmenden Druck von Seiten der Investoren ausgesetzt, ihre Geschäftstätigkeit CO2-neutral zu gestalten. Das spiegelt sich in einem starken Anstieg des Kaufs von erneuerbarer Energie wider. Außerdem verblassen die in den vergangenen Jahren unterzeichneten PPAs im Vergleich zu den für 2022 angekündigten Verträgen“, sagt Helen Dewhurst, Senior Associate bei BNEF.

Insgesamt erwarben die Unternehmen im Jahr 2021 eine Rekordmenge von 31,1 GW an sauberer Energie über PPAs, was einem Anstieg von fast 24 % gegenüber dem Vorjahresrekord von 25,1 GW entspricht. Mehr als zwei Drittel (65 %) dieser Beschaffungen erfolgten in den Vereinigten Staaten. Dieses starke Wachstum ist vor allem auf die größten Technologiekonzerne zurückzuführen, die zusammen mehr als die Hälfte der Verträge unterzeichneten.

Laut dem BNEF-Bericht „Corporate Energy Market Outlook 1H 2022“ haben mehr als 137 Betriebe in 32 Ländern im Jahr 2022 Verträge über saubere Energie angekündigt. „Es ist nicht mehr die Frage, ob die Unternehmen jedes Jahr mehr grüne Energie kaufen, sondern wie hoch dieses Wachstum sein wird. Immer mehr gehen neue Nachhaltigkeitsverpflichtungen ein, die Kosten für erneuerbare Energien sinken und die Regulierungsbehörden auf der ganzen Welt erkennen langsam, dass saubere Energie zu CO2-Einsparungen im Privatsektor beitragen kann“, kommentiert Kyle Harrison, Leiter der Nachhaltigkeitsforschung bei BNEF.

Das Nachhaltigkeitsengagement der Unternehmen ist die treibende Kraft hinter den Rekordkäufen. Denn etwa 67 Betriebe haben sich RE100-Ziele für 2022 gesetzt, um bis zu 100 % des Strombedarfs durch erneuerbare Energie auszugleichen. Damit zählt die Kampagne 355 Mitglieder in 25 Ländern. Nach den jüngsten Aufzeichnungen verbrauchen diese jährlich 363 TWh Strom – also mehr als die gesamte Stromerzeugung des Vereinigten Königreichs im selben Jahr.

BNEF schätzt, dass die Unternehmen der RE100-Gruppe im Jahr 2030 zusätzlich 246 TWh saubere Energie kaufen müssen, um die Ziele zu erreichen. Das ist niedriger als die vorherige Prognose, was vor allem auf die Aktivitäten der etablierten RE100-Mitglieder zurückzuführen ist. Denn diese haben in der zweiten Jahreshälfte von 2021 bereits eine Rekordmenge von 21 TWh an sauberem Strom über PPAs erworben. Sollte diese Lücke mit externen PPAs geschlossen werden, würde dies einen den zusätzlichen Bau von neuen Solar- und Windenergieanlagen für 94 GW auslösen.

Im Jahr 2021 entfielen zwei Drittel der Akquisitionen auf den amerikanischen Kontinent mit PPAs in Höhe von insgesamt 20,3 GW, wobei allein 17 GW in die USA flossen. Währenddessen verzeichnete Europa einen Rekord von 8,7 GW an angekündigten Verträgen, in denen Spanien und die nordischen Länder hervorstachen. In Asien wurden nur 2 GW im Rahmen von PPAs verzeichnet, allerdings gab es auch hier einige andere Fortschritte. So wurde beispielsweise in Südkorea im Oktober 2021 ein Gesetz für PPA-Modelle für Unternehmen verabschiedet, während China und Japan einen Rekord an Zertifikaten für saubere Energie meldeten.

Amazons Initiativen

Ende 2021 kündigte Amazon 18 neue Wind- und Solarenergieprojekte in den USA, Finnland, Deutschland, Italien, Spanien und dem Vereinigten Königreich an. Dadurch werden 2 GW an Kapazität für saubere Energie hinzukommen. Mit diesen Initiativen will das Unternehmen seinen Betrieb bis 2025 zu 100 % mit erneuerbaren Energien versorgen – fünf Jahre vor dem ursprünglichen Ziel.

Wenn diese neuen Projekte vollständig umgesetzt sind, wird Amazons Gesamtkapazität zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien mehr als 12 GW und 33.700 TWh betragen. Das entspricht der Versorgung von mehr als 3 Millionen US-Haushalten in einem Jahr. Die im Rahmen des Ausbaus erzeugte erneuerbare Energie soll dann an AWS-Büros, Dienstleistungszentren und Rechenzentren geliefert werden.

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