Markt für Rechenzentren wird in 10 Jahren 279 Milliarden U$D erwirtschaften

https://network-king.net/wp-content/uploads/2022/03/shutterstock_1695160600-769x414.jpg

Man erwartet, dass der weltweite Markt für Rechenzentren bis Ende 2022 rund 77 Milliarden US-Dollar wert sein wird. Denn laut einer von Fact.MR veröffentlichten Studie soll er bis 2032 mit einer Compound Annual Growth Rate (CAGR) von 13,8 % auf 279 Milliarden US-Dollar wachsen. Dabei sind die Vereinigten Staaten, Japan, China und Indien die vier wichtigsten Länder, die die Nachfrage ankurbeln.

Die Investitionen in Rechenzentren werden zum Teil durch die zunehmende Bedeutung von Systemen der Künstlichen Intelligenz (KI/ML) vorangetrieben. Ob zu Zwecken der Systemwartung – z. B. zur automatischen Erkennung und Behebung von Netzwerkproblemen – oder für betriebliche Zwecke, der Bedarf an Rechenressourcen zur Steuerung von KI/ML führt zu einer steigenden Nachfrage nach Servern.

Weitere relevante Faktoren sind der Vormarsch von Cloud- und Edge-Computing, staatliche Vorschriften in Bezug auf den Standort von Rechenzentren sowie die wachsende Nachfrage nach Daten.

Außerdem ist es durch den sich beschleunigenden Übergang zu einer stärker automatisierten und digitalen Welt für Rechenzentren – ob groß oder klein – von entscheidender Bedeutung, die gestiegene Nachfrage effizient und nachhaltig zu bedienen. Gleichzeitig muss eine Ausfallsicherheit geboten werden.

Die größte Veränderung ist jedoch, dass Unternehmen begonnen haben, ihre Infrastrukturanforderungen in Bezug auf die Arbeitslasten zu überdenken. Denn nachdem die meisten Workloads auf absehbare Zeit vor Ort bleiben, müssen Unternehmen ihre Infrastruktur aktualisieren, um moderne Daten- und Workload-Anforderungen unabhängig von Lieferkettenproblemen und Chipknappheit zu bewältigen.

Dabei hat sich die Verbindung von On-Premise- und Multicloud-Plattformen als durchsetzungsfähigere Strategie bestätigt, um die immer intensiveren und vielfältigeren Verarbeitungsanforderungen zu erfüllen. Nicht umsonst werden laut einem IDC-Bericht 90 % der Unternehmen diese Strategie bis Ende dieses Jahres anwenden.

„Um eines gleich vorwegzunehmen: Es ist keine Frage von Cloud gegen Rechenzentrum. Dieser Gegensatz wäre falsch. Tatsache ist, dass die Cloud und die Rechenzentren entscheidende Bestandteile der digitalen Infrastruktur sind. Mehr als das, ihre Beziehung ist eine Symbiose“, sagt Steven Lim, SVP Product & Marketing für Global Data Centers Americas, eine Abteilung von NTT.  Denn Fortschritte in der Rechenzentrumstechnologie (z. B. Hochgeschwindigkeitsverbindungen, effiziente Energieversorgung usw.) erhöhen die Leistungsfähigkeit der Cloud und umgekehrt. Diese Synergie hat das Potenzial, Kunden dabei zu helfen, unbegrenzte Produktinnovationen und Serviceoptimierung für ihre Kunden voranzutreiben.

Mit der steigenden Nachfrage nach Daten und Computern wächst auch die Erkenntnis, dass Unternehmen mehr Flexibilität benötigen, als eine reine Cloud-Strategie bieten kann. Vor allem hier sind die Colocation-Rechenzentren nach wie vor sehr erfolgreich. Diese werden in diesem Jahr voraussichtlich 68,6 Milliarden Dollar umsetzen.

Infolge der steigenden Nachfrage muss der Rechenzentrumssektor für die Speicherung von immer größeren Datenmengen ausgerüstet werden. Auf den ersten Blick mag es dabei so aussehen, als ob man mehr Rechenzentren bauen müsste – aber die Blockaden im Jahr 2020 haben dazu geführt, dass sich der Bau neuer Rechenzentren um über 60 % verzögert hat.

Denn während Server-CPUs nach wie vor im Überfluss vorhanden sind, verschlechtern die jüngsten Engpässe in der Lieferkette weiterhin die Situation beim Bau von Rechenzentren. Das liegt daran, dass die Branche mit explodierenden Preisen für Baumaterialien zu kämpfen hat. Deshalb wird es wahrscheinlich Jahre dauern, bis der Bau von Rechenzentren das Niveau von vor der Pandemie erreicht, was immer noch nicht der aktuellen Nachfrage entspricht.

Hinzu kommt, dass Unternehmen neue Anwendungen für die Interaktion mit Kunden, die Verwaltung von Lieferketten, die Abwicklung von Transaktionen und die Analyse von Markttrends benötigen. Diese Anwendungen und Daten müssen in sicheren, unternehmenskritischen Einrichtungen gehostet werden. Wie viel Rechenzentrumskapazität sie benötigen und wann, hängt jedoch nicht nur vom zugrunde liegenden Geschäftswachstum ab. Relevant ist auch eine Reihe von Entscheidungen über Geschäftskonzepte, Anwendungsarchitekturen und Systemdesigns, die sich auf viele Unternehmen verteilen.

„Zum Beispiel werden Technologien wie Metaverse, künstliche Intelligenz, IoT (Internet der Dinge), Cloud Computing und andere ab diesem Jahr ein hohes Maß an Konnektivität von den Rechenzentren verlangen. Nicht zuletzt, weil mehr Daten generiert werden, mehr Platz benötigt wird, um sie unterzubringen“, meint Victor Sellmer, Commercial Director und Marketing von ODATA. Dabei stehen einige Faktoren auf dem Spiel, wie z. B. Interkonnektivität, Agilität und Zugänglichkeit.

FacebookTwitterLinkedIn