Rechenzentrum: Trends für das Jahr 2022

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Zu Beginn eines jeden Jahres erstellt die Website Data Center Frontier, die sich auf Nachrichten aus der Welt der Rechenzentren spezialisiert hat, eine Liste. Diese Aufstellung macht deutlich, was wir in diesem Segment in den folgenden 12 Monaten erwarten können.

In diesem Jahr wurden darin acht Trends behandelt, die das Jahr 2022 prägen dürften. Im Großen und Ganzen geht es dabei vor allem darum, wie die Herausforderungen in einer zunehmend digitalen Gesellschaft und die mit dem Klimawandel verbundenen Bedenken im Zusammenhang mit der wichtigen Rolle der Rechenzentren bewältigt werden können.

1 – Klimawandel: Die Standortwahl für neue Rechenzentren wird zu einer strategischen Priorität. Sie hängt mit Klimabedenken, der Verknappung wichtiger Ressourcen wie Strom- und Wasserquellen sowie dem wachsenden Interesse der umliegenden Gemeinden an den Auswirkungen zusammen, die durch die Infrastruktur von Rechenzentren verursacht werden.

Viele dieser Bedenken sind in den Untersuchungen des Uptime Institute zu Klimarisiken ausführlich beschrieben. Demnach sieht einer von 10 Rechenzentrumsbetreibern eine erhebliche Zunahme der Bedrohungen für seine Einrichtungen, die durch Katastrophen wie Unwetterphänomene verursacht werden und sich auf Hunderte Milliarden Dollar an Vermögenswerten belaufen könnten.

2 – Ausfallsicherheit und Betriebszeit: Im Jahr 2021 gab es mehrere größere Vorfälle, die die Zuverlässigkeit von Cloud-Diensten erschütterten. Aus diesem Grund sollten Fragen im Zusammenhang mit der Betriebszeit, d. h. dem Zeitraum, in dem Dienste ohne Probleme betriebsbereit sind, mehr Aufmerksamkeit erhalten. Da immer mehr Unternehmen hybride Betriebssysteme (lokal und dezentral) einsetzen, ist es außerdem notwendig, in effektivere Sicherungs- und Notfallwiederherstellungsstrategien zu investieren. Denn laut einem weiteren Bericht des Uptime Institute ist die Zahl der Ausfälle zwar zurückgegangen, die Folgen werden aber immer schlimmer.

Auf betrieblicher Ebene werden viele Unternehmen bis 2022 ihre IT-Architekturen wahrscheinlich optimieren, um Unterbrechungen von Drittanbietern besser bewältigen können.

3 – Veränderungen in der Rechenzentrumskette: Einige Analysten sind der Meinung, dass Verzögerungen bei der Auslieferung von Geräten und der Arbeitskräftemangel in der Bauindustrie im Jahr 2022 am stärksten zu spüren sein werden. Außerdem könnten die durch die Pandemie verursachten Unsicherheiten die Einrichtung neuer Rechenzentren verzögern. Diese Widerstände könnten zum Beispiel dazu führen, dass die Mieten für bereits belegte Flächen um 4 bis 6 % steigen.

In diesem Geschäftsumfeld, das mit Verzögerungen und steigenden Kosten zu kämpfen hat, stellen Fusionen und Übernahmen (M&A) einen Ausweg dar. Denn die Betreiber von Rechenzentren und ihre Geldgeber haben Zugang zu finanziellen Ressourcen. Diese Finanzkraft könnten einige Akteure nutzen, um sich die Kontrolle über kritische Komponenten in ihren Rechenzentrumseinrichtungen zu sichern. Das wäre entweder durch Übernahmen oder durch die Schaffung gemeinsamer Initiativen über neue Unternehmen oder Partnerschaften möglich.

4 – Mehr Investitionen in regionale Märkte: Bis 2022 sollte sich die Kapitalzufuhr auf regionale Märkte und spezialisierte Dienstleister, zum Beispiel im Bereich Edge Computing, ausweiten. Dafür gab es im Jahr 2021 deutliche Anzeichen – beispielsweise die Übernahme des regionalen Rechenzentrumsanbieters Involta, der 12 Einrichtungen betreibt, durch die Private-Equity-Gruppe Carlyle Group. Währenddessen kündigte Amazon Web Services Pläne an, sein Edge-Computing-Netzwerk durch die Schaffung lokaler Zonen an 30 neuen Standorten zu erweitern.

5 – Eintauchkühlung: Laut Data Center Frontier werden wir bis 2022 erhebliche Fortschritte in dieser Richtung sehen. Der Bedarf an Hardware mit höherer Verarbeitungsleistung, um KI-Workloads zu bewältigen, der wachsende Druck, den Wasserverbrauch in Kühlsystemen zu eliminieren, und natürlich die technologischen Fortschritte, die eine Flüssigkeitskühlung möglich machen, treiben diese Entwicklung voran.

6 – Widerstand der lokalen Gemeinschaften: Es wird erwartet, dass die Kontroversen im Zusammenhang mit der Installation von Rechenzentren in der Nähe von Gemeinden im Jahr 2022 zunehmen werden. Denn weil diese viel Wasser und Energie verbrauchen, entstehen beispielsweise Fragen in Bezug auf die Nachhaltigkeit. Deshalb wird der Widerstand der Gemeinden zu einer echten Herausforderung der großen Rechenzentrumsmärkte: Sie müssen die Kommunen davon überzeugen, dass sie gute Nachbarn sind und keine Probleme in Sachen Ressourcenverbrauch verursachen werden.

7 – Tiefe Zusammenhänge zwischen Daten und Strom: Bis 2022 wird die Verknüpfung zwischen Daten und Strom in Rechenzentren voraussichtlich in eine neue Phase eintreten. Diese wird durch die Nachfrage nach der Nutzung erneuerbarer Energien und finanzielle Anreize von Investoren angetrieben.

8 – Behalten Sie die Metaverse-Bewegung im Auge: Welche Art von Servern, Speichersystemen und Netzwerkinfrastrukturen müssen Rechenzentren anbieten, damit Metaversen gut funktionieren? Rechenzentren sollten dies im Jahr 2022 im Auge behalten.

Weitere Einzelheiten zu den Prognosen von Data Center Frontier für 2022 finden Sie hier.

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