LoRa Alliance gewinnt den „Wireless Technology Innovation Award“

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Lora Alliance, der weltweite Zusammenschluss von Unternehmen, die den offenen LoRaWAN-Standard für stromsparende Netzwerke (LPWANs) unterstützen, wurde von IoT Breakthrough als Gewinner des „Wireless Technology Innovation Award“ ausgezeichnet.

LoRa ist eine neue Funkfrequenztechnologie, die bereits in vielen europäischen Ländern eingesetzt wird. Sie ermöglicht die Kommunikation über große Entfernungen bei minimalem Energieverbrauch – und das zu einem wesentlich günstigeren Preis, als es die bereits auf dem Markt befindlichen Systeme anbieten.

Der Betrieb basiert auf einem sternförmigen Netz, ähnlich wie bei einem Mobilfunknetz. Hauptanwendungen sind IoT-Systeme (Internet der Dinge) wie Sensoren und Fernüberwachungsgeräte (Druck, Licht, Ein/Aus, Temperatur usw.) – insbesondere solche, die mit Batterien betrieben werden.

Der Name LoRa kommt von den extrem weitreichenden Datenverbindungen, die diese Technologie ermöglicht. Die Entfernungen, die LoRa-Signale zurücklegen können, betragen mehr als 700 km. Im Allgemeinen beläuft sich die Reichweite der LoRa-Kommunikation bis zu fünf Kilometer in städtischen Gebieten und bis zu 15 km in ländlichen Gebieten.

Auf der physikalischen Ebene ermöglicht LoRa den Geräten, Daten in HF-Signale umzuwandeln und Nachrichten mit Hilfe von Chirp-Spread-Spectrum-Kommunikation und lizenzfreien Sub-Gigahertz-Frequenzbändern über die Luft zu senden. Ein wesentliches Merkmal von Lösungen für das Internet der Dinge (IoT), bei denen Geräte mit LoRa-Chipsätzen zum Einsatz kommen, ist ihr extrem niedriger Stromverbrauch. Denn Sensoren und andere Geräte, die mit LoRa-Chips ausgestattet sind, können bis zu 10 Jahre mit einer einzigen Batterie betrieben werden.

Im Gegensatz dazu ist LoRaWAN ein Netzwerkprotokoll, das Gateways verwendet, die mit LoRa-Geräten kommunizieren und diese Informationen an das Netzwerk und die Endanwendungsserver weiterleiten.

Die LoRa Alliance ist wiederum eine gemeinnützige Organisation, die 2015 von Branchenführern aus den Bereichen IoT und Machine-to-Machine (M2M) gegründet wurde. Ihre Aufgabe ist es, die Kommunikation über weltweit eingesetzte Langstrecken-Netze mit geringer Leistung (LPWAN) zu standardisieren, um das Internet der Dinge, Machine-to-Machine (M2M), intelligente Städte und industrielle Anwendungen zu ermöglichen. Durch die Einbringung ihres Wissens und ihrer Erfahrung wollen die Mitglieder der Allianz die Interoperabilität zwischen den Betreibern sicherstellen, um LoRaWAN zum weltweiten Standard für Anwendungen des Internets der Dinge zu machen.

Kürzlich hat die LoRa Alliance mehrere neue Funktionen veröffentlicht, um die weitere Verbreitung von LoRaWAN voranzutreiben. Dazu gehören auch Roaming-Verbesserungen in der technischen Spezifikation der LoRaWAN Backend Interfaces. Diese ermöglichen erweiterte Roaming-Fähigkeiten auf globaler Ebene.

LoRaWAN-Roaming deckt mobile und feste Anlagen multinationaler Kunden ab, deren Geräte die Funkabdeckung von Roaming-Partnern nutzen. Neben dem Peering von öffentlichen zu öffentlichen Netzen unterstützen die LoRaWAN-Roaming-Funktionen auch das Peering von öffentlichen zu privaten sowie von privaten zu privaten Netzen.

Der LoRaWAN-Standard bietet zudem die Möglichkeit, dass ein bestimmtes Gerät gleichzeitig von mehreren Gateways bedient werden kann. Dadurch fungieren mehrere Netzwerk-Gateways als ein einziges und bieten so eine einheitliche Abdeckung für das Gerät. Darüber hinaus ist das LoRaWAN-Roaming bereits über Satellit möglich.

„Es ist eine unglaubliche Ehre, auf diese Weise von IoT Breakthrough anerkannt zu werden. Herzlichen Glückwunsch an unsere Mitglieder, die die gemeinsame Vision haben, LoRaWAN zum globalen Standard für LPWA-Netzwerke zu machen und gleichzeitig reale Probleme für Unternehmen in großem Maßstab zu lösen und einen echten Mehrwert zu liefern“, sagte Donna Moore, CEO und Präsidentin der LoRa Alliance. „LoRaWAN ist das einzige LPWAN, das bei den meisten Implementierungen global skaliert werden kann, und sein flexibles Geschäftsmodell bietet Verbrauchern die Möglichkeit, ihre IoT-Anforderungen wie nie zuvor zu erfüllen.“

„Die Zahl der eingesetzten IoT-Geräte nimmt rapide zu, und die LoRaWAN-Technologie hat weltweit einen enormen Einfluss. In den letzten Jahren haben verschiedene Branchen LoRaWAN übernommen und führende IoT-Anwendungen entwickelt, die unseren Planeten intelligenter und sicherer machen“, so James Johnson, Managing Director von IoT Breakthrough.

Welche Anwendungen sind mit LoRa (WAN) möglich?

Derzeit gibt es im Internet der Dinge noch keine einheitliche Übertragungstechnologie. Natürlich bieten sich die bewährten Methoden WLAN, Bluetooth und LTE an, sie sind aber für viele Anwendungsszenarien aus verschiedenen Gründen ungeeignet.

Sie verbrauchen viel Strom, benötigen eine große Bandbreite, haben nur eine geringe Reichweite oder sind durch häufige Gebühren teuer in der Nutzung. Oft treffen sogar mehrere dieser Einschränkungen gleichzeitig zu.

Die Einsatzszenarien für das Internet der Dinge sind umfangreich: Smart Home ist bereits in vielen Haushalten zu finden, zumindest in Form von App-gesteuerten Lampen, Steckdosen und so weiter. „Smart“ wird die Art und Weise, wie wir in Zukunft leben, arbeiten und reisen revolutionieren. Andere Themen, wie vernetzte Autos und Wearables, stecken dagegen noch in den Kinderschuhen.

Auch in der Landwirtschaft, der Logistik, der Energieversorgung oder in der intelligenten Industrie (IIoT) sind die Geräte überall intelligent, d. h. mit dem Internet verbunden.

Allerdings gibt es bislang nur wenige größere LoRaWAN-Netze, so zum Beispiel von Swisscom oder SK Telecom in Südkorea. In Deutschland hat das Unitymedia-Netz im September mit Conrad Connect ein Netz gestartet. Die niederländische Initiative The Things Network (TTN), die seit 2015 aktiv ist, verfolgt einen sehr spannenden Gemeinschaftsansatz über Ländergrenzen hinweg.

Inzwischen besteht das Netzwerk der Dinge aus mehr als 5.000 mit dem Internet weltweit verbundener Gateways – und die Zahl steigt rasant. Die Nutzung des LoRaWAN-Netzes in allen Bereichen des IoT ist eine Option und steht damit im direkten Wettbewerb mit anderen Anbietern wie Sigfox.

Welche Unterschiede gibt es zwischen LoRa, Sigfox und anderen Anbietern?

Natürlich gibt es unterschiedliche Technologiekonzepte, die Sie in unseren Artikeln über Sigfox nachlesen können. Die beiden Begriffe unterscheiden sich aber auch im geschäftlichen Kontext.

Obwohl es viele LPWAN-Technologien gibt, sollten wir uns beim Vergleich der derzeit (und wahrscheinlich auch in Zukunft) wichtigsten Anbieter von IoT-Kommunikationstechnologien auf Sigfox, LoRa und MIOTY konzentrieren. Denn diese Technologien werden aktiv entwickelt oder umgesetzt. Andere proprietäre Protokolle und Stacks, wie das Protokoll der Dash7 Alliance, haben sich demnach nicht so stark durchgesetzt.

SigFox wurde 2009 gegründet und ist ein französisches Unternehmen mit Sitz in Labège, Frankreich. Aufgrund seiner erfolgreichen Marketingkampagnen in Europa und einer sehr zuverlässigen Technologie hat SigFox wahrscheinlich die stärkste Anziehungskraft von LPWAN. Zudem verfügt es über ein großes Ökosystem von Zulieferern wie Texas Instruments, Axom und Silicon Labs.

SigFox verwendet eine eigene Technologie, die zum Beispiel eine langsame Modulationsrate für eine größere Reichweite nutzt. Dadurch eignet sich SigFox hervorragend für Anwendungen, bei denen das System nur kurze, seltene Datenpakete senden muss.

Wird LoRa eine Nische bleiben?

Hier streiten sich wie immer die Experten. Einige sind sich sicher, dass WLAN, Bluetooth und LTE auf dem Markt bald Geschichte sein werden und durch LoRaWAN ersetzt werden. Schließlich sollen intelligente Endgeräte mit der LoRaWAN-Technologie effizienter werden.

Es gibt aber auch Akteure auf dem Markt, wie z. B. mehrere Analysten, darunter Gartner, die LoRa kritisieren. Sie bezweifeln die Zukunftsfähigkeit aus technologischer oder wirtschaftlicher Sicht.

Ein neutraler und nüchterner Blick hingegen konzentriert sich auf den Markt und seine Bedürfnisse. In Zukunft werden wir massive Kommunikationslösungen für IoT-Geräte benötigen, die Daten über große Entfernungen mit geringem Stromverbrauch übertragen. Daher ist es unwahrscheinlich, dass LoRa (oder Sigfox) in Zukunft nur ein Nischengeschäft bleiben wird.

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