Das IIoT als Partner für einen nachhaltigen Betrieb

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Viele Industrieanalagen sind heutzutage weder vernetzt, noch werden die von ihnen erzeugten Betriebsdaten auf intelligente Weise zur Entscheidungsfindung genutzt. Dennoch ist der Industriesektor dazu aufgefordert, den Kohlendioxidausstoß zu verringern und eine nachhaltige Betriebsführung anzustreben – ohne dabei die bekannten Ziele in Bezug auf Leistung, Sicherheit und Kostensenkung aus den Augen zu verlieren. Wäre es also möglich, diese Diskrepanz zu reduzieren oder sogar zu beseitigen und das ungenutzte Potenzial der Industriewerke zu nutzen, um sie nachhaltiger zu machen?

Eine vor Kurzem durchgeführte ABB-Umfrage kam zu der Erkenntnis, dass die Befragten verstehen, dass Unternehmensleistung und Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen sollten. Im aktuellen globalen Szenario sind diese zwei Elemente untrennbar miteinander verbunden. Die Studie zeigt auch, dass die überwiegende Mehrheit (90 %) darin übereinstimmt, dass die Digitalisierung ein wesentliches Instrument ist, um die geforderten Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Dazu gehören zum Beispiel die Reduzierung der Treibhausgasemissionen und die Schonung der natürlichen Ressourcen.

Viele dieser Digitalisierungslösungen sind Teil dessen, was wir als Industrielles Internet der Dinge (IIoT) bezeichnen: Die Gesamtheit der Sensoren, Geräte, vernetzten Anwendungen und gesammelten Daten, die eine intelligentere Verwaltung des industriellen Umfelds ermöglichen. Sie gewährleisten optimale Ergebnisse sowohl in Bezug auf die Leistung als auch auf die Nachhaltigkeit. Auf dieser Grundlage können Unternehmen konsequent integrierte Geschäfts- und Nachhaltigkeitsstrategien entwickeln, die dauerhafte und bedeutende Erträge erzielen.

Quelle: ABB

Die digitalen Ergebnisse

In der ABB-Umfrage gaben 50 % der Befragten an, dass sie mit der Ausweitung von IIoT-Initiativen in ihren Betrieben begonnen haben, während 35 % das IIoT bereits in großem Umfang implementiert haben. Außerdem sind diejenigen, die sich selbst als „digital reif“ einschätzen, der Meinung, dass sie das Industrielle Internet der Dinge bei der Erreichung ihrer Geschäfts- und Nachhaltigkeitsziele unterstützt.

Darüber hinaus tragen IIoT-Technologien dazu bei, die Effizienz, Produktivität und Agilität im Betrieb zu steigern. Aus diesem Grund sind sie, wie 51 % der Befragten berichten, auch für die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit wichtig. Nachdem Kunden und Aktionäre zunehmend Transparenz und Rechenschaft von ihren Lieferanten fordern, sind Sichtbarkeit und Messbarkeit weitere Vorteile, die das IIoT bietet.

Quelle: ABB

Auf der Skala der Beschleuniger für die Einführung von IIoT-Tools sind betriebliche Effizienz, Produktivität und Kosteneinsparungen nach wie vor die wichtigsten Katalysatoren. Allerdings wurden in der Umfrage auch Nachhaltigkeitsziele, wie die Optimierung des Energie- und sonstigen Ressourcenverbrauchs, als wichtige Prioritäten hervorgehoben.

Obwohl das IIoT-Wertpotenzial klar ist, gibt es noch eine Herausforderung zu bewältigen: Noch immer gilt es einen Anwendungsfall zu identifizieren, der aus geschäftlicher Sicht tatsächlich umsetzbar, effizient und profitabel ist. Denn die Studie unterstreicht, dass es einen ganzheitlichen Ansatz für Infrastruktur, Plattformen und Lösungen braucht, um das komplette Potenzial des IIoT auszuschöpfen.

Anwendungsfälle, die zu geringeren Kosten führen, sind der Schlüssel, um IIoT-Initiativen voranzutreiben – auch im Hinblick auf die Nachhaltigkeit. Viele Unternehmen verringern das Risiko von IIoT-Investitionen, indem sie ihre Kapital-Investitionen auf operationelle Ausgaben auf der Grundlage von Cloud-Technologien und Abonnementmodellen verlagern. Dieser Ansatz kann die Implementierung vereinfachen, die bestehende Infrastruktur nutzen, die Agilität erhöhen und die Zeit bis zur Wertschöpfung beschleunigen.

Eine weitere wichtige Maßnahme besteht darin, die sogenannten „Ghost Assets“ in der physischen Infrastruktur mit Hilfe von Sensoren zu verbinden. Dadurch liefern sie mehr OT- und IT-Informationen für Unternehmenssysteme (ERP, MES, SCADA) sowie Analyse-Dashboards und tragen so zu einer fundierteren Entscheidungsfindung bei. Dabei muss man sich über die Relevanz der Werte im Klaren sein. Denn nicht alles, was gemessen werden kann, ist für das Unternehmen von Bedeutung. Auch die Verknüpfung von physischen Anlagen kann zu neuen Erkenntnissen führen. Aus diesem Grund sind fundierte Fachkenntnisse nötig, um sicherzustellen, dass diese Ergebnisse zu besseren Entscheidungen führen.

Mehr Nachhaltigkeit

Fast alle Befragten (94 %) sind der Meinung, dass das IIoT die Entscheidungsfindung erleichtert, was das Nachhaltigkeitsniveau insgesamt steigert. Außerdem gaben 72 % an, dass sie ihre Ausgaben für das IIoT aufgrund aus Gründen der Nachhaltigkeit ein wenig oder sogar erheblich anheben werden.

Die IIoT-Technologien, die in der Umfrage als am wichtigsten für die Steigerung der Nachhaltigkeit genannt werden, sind fortschrittliche Analysetools, Cloud Computing und Cybersicherheit. Die Studie hat aber auch Barrieren gefunden, die den Anstieg der Nachhaltigkeit des IIoT etwas behindern. Die drei wichtigsten sind dabei die Komplexität der Anwendungsfälle, der Fachkräftemangel und der Mangel an Ressourcen für die Cybersicherheit.

Natürlich haben IIoT-Technologien einen eigenen CO2-Fußabdruck und sind großer Posten in der Müll-Erzeugung, wenn sie das Ende ihrer Nutzungsdauer erreichen. Es handelt sich jedoch auch um einen Bereich, der das Potenzial hat, mithilfe von Technologien einen erheblichen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. So wird in einem Bericht der Global e-Sustainability Initiative (GeSI) darauf hingewiesen, dass Virtualisierungswerkzeuge und „As a Service“-Modelle die Dekarbonisierung beschleunigen können, indem sie „von Atomen zu Bits“ übergehen und so zu einer intelligenteren Nutzung physischer Geräte beitragen.

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