Intel investiert in nachhaltige Lösungen für Rechenzentren

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Intel kündigte zwei Initiativen an, um seine Rechenzentren nachhaltiger zu machen. Eine davon betrifft die Investition von über 700 Millionen Dollar für die Errichtung eines Forschungs- und Entwicklungs-Großlabors der nächsten Generation. Dieses soll sich auf innovative Technologien für Heizung, Kühlung und Wassernutzung in Rechenzentren konzentrieren.  Ein weiteres Projekt soll sich mit einem innovativen Ansatz beschäftigen, der auf frei zugänglichem Wissen basiert: einer Lösung zur Kühlung von Rechenzentren mittels Eintauchens in Flüssigkeiten.

Mit dem Bau des neuen Großlabors wird noch in diesem Jahr in Oregon begonnen, die Eröffnung ist für Ende 2023 geplant. In dieser Einrichtung sollen Intel-Rechenzentrumsprodukte getestet werden, zum Beispiel Intel® Xeon®, Intel® Optane™, Netzwerkschnittstellen und Switches, Intel® Agilex™ FPGAs, die Xe-Architektur, Habana-Beschleuniger und andere Produkte in der Entwicklung. Das Labor wird auch Vorführungen fortschrittlicher Technologien bieten, damit Kunden und Partner die Intel-Produkte in verschiedenen Rechenzentrumsumgebungen beobachten und testen können.

Die vorläufige Lösung und der Proof-of-Concept der öffentlich zugänglichen Lösung via Immersions-Flüssigkeitskühlung für Rechenzentren wird in Zusammenarbeit mit Intel Taiwan und dem lokalen Ökosystem in einem schrittweisen Ansatz fertiggestellt. Eine weltweite Anwendung ist in Planung. Laut Intel ist dies eine Reaktion auf den wachsenden Trend hinsichtlich der Energieversorgung in Rechenzentren. Diese Einrichtungen machen etwa 1 % des weltweiten Strombedarfs aus und sind für etwa 0,3 % der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich. Die Forschung zeigt, dass eine Tauchkühlung mit wiederverwendeter Energie die Kohlenstoffemissionen im Vergleich zu herkömmlichen Methoden um 45 % reduzieren kann.

Laut Persistence Market Research wird erwartet, dass der Markt für die Flüssigkeitskühlung von Rechenzentren zwischen 2022 und 2032 mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 25,8 % ansteigen wird. Dies ist vor allem auf die hohe Nachfrage nach umweltfreundlichen Lösungen und die hohen Energiekosten zurückzuführen. Neben Initiativen zur Nachhaltigkeit von Rechenzentren kündigte die Intel Corporation im April Pläne an, ihre direkten und indirekten Treibhausgasemissionen weiter zu reduzieren und nachhaltigere Technologielösungen zu entwickeln. Das Unternehmen hat sich verpflichtet, bis zum Jahr 2040 die Netto-Emissionen seiner weltweiten Unternehmungen auf Null zu senken. Außerdem sollen die Energieeffizienz zu erhöht sowie der CO2-Fußabdruck der Produkte und Plattformen mit spezifischen Zielen zu reduziert werden. Zudem möchte die Firma mit Kunden und Partnern zusammenzuarbeiten, um Lösungen zu entwickeln, die beispielhaft für das gesamte Technologie-Ökosystem wirken.

Unterdessen in Spanien

In der spanischen Stadt Aragón plant das Unternehmen Best Wonder Business (BWB) die Errichtung eines 16-MW-Rechenzentrums, das vollständig mit Solarenergie betrieben wird. Das Projekt wird auf dem Gelände der Huesca Logistics Platform (Plhus) durchgeführt und soll in mehreren Schritten insgesamt 230 Millionen Euro verschlingen.

Die erste Phase, die sich über 18 Monate erstreckt und Investitionen in Höhe von 110 Millionen Euro erhält, beginnt in diesem Jahr. Sie umfasst den Bau von vier Photovoltaikanlagen, die 178 Megawatt Strom erzeugen, die das Rechenzentrum zukünftig versorgen sollen. Der Bau findet in den Städten Alfajarín und Perdiguera in der Provinz Saragossa statt. Die Solarparks werden von Progressum Energy Development gebaut, einer 2012 gegründeten Tochtergesellschaft der BWB, die sich mit der Entwicklung von Projekten im Bereich der erneuerbaren Energien beschäftigt.

In der zweiten Phase wird das Rechenzentrum auf einem 40.000 m² großen Grundstück in Plhus gebaut. Baubeginn ist im Jahr 2023 – 2024 die geplante Fertigstellung. Das Projekt für die Entwicklung, den Bau und den Betrieb des Rechenzentrums wird in zwei getrennten Phasen von der Tochtergesellschaft Greenest Aragón Datacentre durchgeführt.

Das Unternehmen rechnet damit, während des Baus etwa 1.200 Arbeitsplätze und weitere 60 für den Betrieb und die Wartung der Anlagen zu schaffen. Das Rechenzentrum wird hingegen 1.000 freie Stellen bieten, einschließlich derjenigen, die während der Bauphase entstehen. Insgesamt bleiben also schätzungsweise 200 qualifizierte Arbeitsplätze erhalten, wenn die Einrichtung in Betrieb ist.

Das neue Rechenzentrum wird sich neben einem der drei Rechenzentren von Amazon Web Services (AWS) in Huesca befinden. Die beiden anderen Data Center von Amazon werden in Villanueva de Gállego und El Burgo gebaut. Amazon beabsichtigt die Region Aragón zu einem weltweiten Beispiel zu machen – durch Strategien zur Ansiedlung von Unternehmen, eine gezielte Förderung der Berufsausbildung im digitalen Bereich sowie die Unterstützung der regionalen Verwaltung als Vorreiter im Bereich der Cloud-Dienste.

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