Fünf Dinge, die Sie über OpenTelemetry wissen sollten

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OpenTelemetry ist ein Datenmodell, das als Schlüsselelement für die Erweiterung, Verwaltung und Optimierung der Sichtbarkeit der IT-Infrastruktur in komplexen Multi-Cloud-Umgebungen von Unternehmen beworben wird. Dabei wird das Modell mit semantischen Konventionen kombiniert, die die Darstellung von Protokollen aus verschiedenen Quellen zu Beobachtungszwecken ermöglichen.

In der Praxis fungiert OpenTelemetry als „Integrationsschicht“ zwischen der Beobachtungsdatenerfassung (Protokolle, Metriken, Traces) und den Datenspeichern. Dabei ist man allerdings nicht an einen Anbieter gebunden. Stattdessen lassen sich viele Provider kombinieren, um das Beste aus der IT herauszuholen. Während beispielsweise Telegraf das Sammeln von Metriken übernimmt, können diese später in Prometheus abgespeichert werden. Beobachtbarkeitsdaten können und sollten wiederum von Standard-Überwachungstools, wie PRTG oder Nagios, unterstützt werden.

Durch die Überwachung lässt sich zwar feststellen, ob etwas nicht richtig funktioniert – allerdings bleiben die Gründe dafür unklar. Zudem ist es nur möglich, vorhersagbare (bekannte) Situationen zu überwachen. Die Beobachtbarkeit basiert auf der Integration und Verknüpfung mehrerer Quellen von Telemetriedaten, die gemeinsam dazu beitragen, die Funktionsweise des beobachteten Softwaresystems besser zu verstehen und nicht nur Probleme zu erkennen. Der kritischste Aspekt ist jedoch, was mit den Daten geschieht, nachdem sie gesammelt wurden. Warum sollte man sich beispielsweise auf vordefinierte Schwellenwerte verlassen, wenn man automatisch ungewöhnliche „Änderungspunkte“ erkennen kann?

Kurz gesagt, OpenTelemetry macht die Telemetrie robust und portabel. Nach Ansicht von João Fabio de Valentin, Leiter von Cisco AppDynamics für Lateinamerika, „ist das Konzept für Unternehmen attraktiv, die den wachsenden Anforderungen ihrer Kunden an umfassende digitale Erfahrungen gerecht werden wollen.“

João Fabio de Valentin räumt aber selbst ein, dass es bei all den Diskussionen um die OpenTelemetry wichtig ist, ein klares Verständnis dieses neuen Datenstandards zu entwickeln. Nutzer sollten wissen, wie OpenTelemetry zur Überwachung des gesamten Anwendungsstapels und zur direkten Verknüpfung von Anwendungsleistung und Geschäftsergebnissen eingesetzt werden kann.

IT-Fachleute müssen deshalb nicht nur die gesamte Bandbreite der revolutionären Vorteile der OpenTelemetry kennen, sondern auch die Grenzen der neuen Überwachungsmethode. Nur so können sie sicherstellen, dass sie über die richtigen Tools und Plattformen verfügen, um das volle Potenzial des Konzepts auszuschöpfen.

Vor diesem Hintergrund nennt Cisco fünf wesentliche Faktoren, die jeder IT-Experte über OpenTelemetry wissen sollte:

  1. OpenTelemetry ist die „Lingua Franca“ der Full-Stack-Telemetrie

Bei OpenTelemetry handelt es sich um einen quelloffenen, globalen Telemetrie-Standard, der für alle verfügbar ist und keine Kosten verursacht. Er kann Metriken generieren, sammeln und exportieren. Aus diesem Grund wird OpenTelemetry von Cloud-Service-Providern, Observability-Anbietern (einschließlich AppDynamics) und Endkunden in vielen verschiedenen Märkten implementiert und unterstützt.

  1. Einsicht in die gesamte IT-Infrastruktur

OpenTelemetry generiert Telemetriedaten über den gesamten IT-Stack, in den Fachleute bisher nur wenig Einblick hatten. Jetzt können sie schnell und einfach Echtzeit-Details aus jeder Umgebung erhalten.

Für Start-ups ist dies ein flexibler und kostengünstiger Weg, vom ersten Tag an die Beobachtbarkeit von APIs und SDKs zu garantieren. Für Großunternehmen ermöglicht die Plattform wiederum das Datenmanagement in zunehmend fragmentierten und komplexen IT-Umgebungen.

  1. Flexibilität, Auswahl und Anbieterbindung

Die Anbieterbindung, die bisher für viele IT-Teams ein Hindernis darstellte, wird vollständig beseitigt. Denn mit OpenTelemetry können Unternehmen Leistungs- und Verfügbarkeitsdaten duplizieren und an mehrere Stellen senden – egal ob es sich dabei um spezifische Tools oder eine unternehmensweite Observability-Lösung handelt.

Das bedeutet, dass jedes Team, ob CloudOps, SRE oder ITOps, die Freiheit und Flexibilität hat, die am besten geeigneten Tools zu wählen, um die gesammelten Telemetriedaten zu verstehen.

  1. Besseres Verständnis der Telemetriedaten

OpenTelemetry eignet sich hervorragend zum Sammeln und Zusammenstellen isolierter Daten, bietet jedoch keine umfassendere Sicht auf die Leistung. Mit anderen Worten: Es geht nur um die Generierung von Daten, was den IT-Teams nicht unbedingt hilft, die großen Datenmengen, die sie erzeugen, auch zu verstehen.

„Es ist von entscheidender Bedeutung, dass IT-Fachleute begreifen, wie sie die Fülle an Telemetriedaten in ihren Full-Stack-Observability-Lösungen nutzen, verarbeiten und in Beziehung setzen können. Dabei müssen sie fortschrittliche Analysen, maschinelles Lernen und KI einsetzen, um einen konsolidierten und ganzheitlichen Blick auf ihre Daten zu erhalten. Nur mit diesem Einblick sind sie in der Lage, Data Noise zu beseitigen, fundierte Entscheidungen zu treffen und Maßnahmen auf der Grundlage potenzieller geschäftlicher Auswirkungen zu priorisieren“, erklärt de Valentin.

  1. OpenTelemetry muss Teil einer Full-Stack-Observability-Strategie sein

Full-Stack Observability ist für Unternehmen in allen Branchen zu einem wichtigen Thema geworden. Der jüngste Bericht von AppDynamics, The Journey to Observability, zeigt, dass mehr als die Hälfte (52 %) der brasilianischen Unternehmen ihre Reise in Richtung Full-Stack Observability bereits begonnen haben. 24 % stecken noch in der Anfangsphase und 22 % sind dabei, den Prozess zu starten.

Zweifelsohne sehen viele Unternehmen OpenTelemetry als Schlüssel, um in den kommenden Monaten eine vollständige Beobachtbarkeit zu erzielen. Sie erkennen, wie dieses offene Framework ihre Bemühungen um eine einheitliche 360-Grad-Transparenz ihrer IT-Umgebungen beschleunigen kann – einschließlich lokaler, öffentlicher und hybrider Clouds.

Quelle: AppDynamics

Damit OpenTelemetry jedoch sein Versprechen einlösen und einen echten Mehrwert bieten kann, müssen die Anwender eines sicherstellen: Sie brauchen die Werkzeuge, um Telemetriedaten in aussagekräftige Erkenntnisse umzuwandeln. Darüber hinaus müssen sie in der Lage sein, Telemetriedaten zu verarbeiten und in ihre umfassenden Beobachtungsplattformen zu integrieren.

„Die Teams, denen dies gelingt, sind perfekt positioniert, um ihre Full-Stack-Observability-Programme voranzutreiben. Sie verfügen über die Daten und Erkenntnisse, die für die Optimierung der IT-Leistung und die Bereitstellung von Always-on-digital-Experiences erforderlich sind“, sagt de Valentin.

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