Belgien schließt Versuche mit neuem WiFi-Roaming-Standard ab

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Die neuesten Implementierungs-Tests mit WBA OpenRoaming in mehreren belgischen Gemeinden sind abgeschlossen. Mit dem WiFi-Roaming-Standard müssen sich Benutzer nicht länger registrieren oder ihre Anmeldedaten erneut eingeben. Er gewährleistet dadurch nicht nur einen bequemeren Zugang zu öffentlichen Netzen, sondern wahrt zugleich die Sicherheit und den Datenschutz.

Die Tests wurden von Mitgliedern der Wireless Broadband Alliance (WBA) durchgeführt. Das Gremium ist für den neuen Standard zuständig und soll dessen europaweite Einführung vorbereiten. In den Tests wurden vor allem die Funktionsfähigkeit und Kompatibilität mit iOS- und Android-Smartphones, Laptops sowie Tablets bewertet. Zum Einsatz kamen Geräte für WiFi-Zugangspunkte unterschiedlicher Hersteller sowie Identity Provider Services (IdP) und verschiedene Verbindungsmethoden. Dabei sollte beurteilt werden, ob ein nahtloses Roaming zwischen den WiFi-Netzwerken in den teilnehmenden Gemeinden möglich ist.

Neben dem schnellen und sicheren Zugang zu drahtlosen Netzwerken hat OpenRoaming auch eine weitere wichtige Fähigkeit: Es ist in der Lage, die Privatsphäre der Nutzer auch in öffentlichen WiFi-Netzwerken zu gewährleisten – und kann damit die Einhaltung der europäischen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) sicherstellen, ohne durch eine Änderung der MAC-Adressen von Geräten beeinträchtigt zu werden.

„Bei diesem Pilotversuch mit einigen Gemeinden in Belgien wurden gängige Verbrauchergeräte wie Smartphones, Laptops und Tablets verwendet sowie WiFi-Netzwerke verschiedener Hersteller eingesetzt. Damit trägt die Verwendung des WBA-OpenRoaming-Standards dazu bei, das Leben von Verbrauchern, Besuchern und Einwohnern zu erleichtern. Darüber hinaus schafft der innovative Standard neue und wertvolle Geschäftsmöglichkeiten für Betreiber, Einzelhändler oder Veranstalter, die WiFi-Dienste entwickeln wollen“, sagt Tiago Rodrigues, CEO von WBA.

Für Matt MacPherson, Director of Wireless Technologies bei Cisco, ist es heute noch wichtiger, digitale Lücken im Vertrauen auf öffentliche WiFi-Netzwerke in Städten zu schließen. „OpenRoaming kann eine wichtige Rolle dabei spielen, den einfachen und sicheren Zugang zu bedeutenden digitalen Ressourcen zu gewährleisten. Es ist das perfekte Hilfsmittel, um Zugangsbarrieren abzubauen und größere Vorteile aus den Netzen zu ziehen. Öffentliches WLAN über OpenRoaming eröffnet jeder Kommune spannende neue Möglichkeiten“, fügt er hinzu.

Zum Vorstand der WBA gehören Airties, AT&T, Boingo Wireless, Broadcom, BT, Cisco Systems, Comcast, die Deutsche Telekom AG, GlobalReach Technology, Google, Intel, Reliance Jio, SK Telecom und Viasat.

Weitere Details

WBA OpenRoaming ist ein Roaming-Verbunddienst mit einer Konnektivitäts-Struktur, die aus den folgenden Elementen besteht:

  • Ein Zusammenschluss von Netzwerken und Identitäts-Providern, der automatisches Roaming und Benutzerintegration über WiFi-Netze ermöglicht. Das System basiert auf den WBA-Standards für Wireless Roaming Intermediary eXchange (WRIX), die verschiedene Geschäftsmodelle in einem integrierten Framework vereinen.
  • Cybersecurity-Funktionen, die einfache, sichere und skalierbare WiFi-Verbindungen zwischen verschiedenen Organisationen möglich machen. Dies gestattet ein automatisches und sicheres Roaming zwischen Millionen von Netzwerken (national und weltweit) mit einer sicheren Verbindung und verschlüsselter Kommunikation.
  • Eine Netzwerkautomatisierung mit Roaming-Konsortium-Code-Struktur (RCOI), die mit Geräte- und Netzwerk richtlinien kompatibel ist.
Quelle: WBA

OpenRoaming bringt ein Bündnis aus Netzen und Identitätsanbietern zusammen. Somit können die Nutzer jedem Netzwerk beitreten, das von einem Mitglied der Föderation verwaltet wird. Wenn Firmen diesen Standard übernehmen, stellen sie sicher, dass ihre WiFi-Netze automatisch miteinander interagieren. So garantieren sie einen einfachen Netzwerkzugang und eine sichere Anwendungserfahrung.

Nach Ansicht der WBA eröffnet diese Praxis nicht nur auf dem Gebiet der Breitbandkonnektivität viele Möglichkeiten. Auch im Internet der Dinge (IoT) können verschiedene Branchen davon profitieren, zum Beispiel der Einzelhandel, das Gastgewerbe, die Bildung, intelligente Städte oder die Automobil- und Luftfahrtindustrie.

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