Die wichtigsten IT-Überwachungstrends im Jahr 2022

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Im Jahr 2022 wird der Hauptfokus der IT-Überwachung auf dem Geschäftswert liegen. Die Verantwortlichen für Infrastruktur und Betrieb (I&O) erhalten verstärkt kontextbezogene Informationen. Ziel ist es, damit zur Entwicklung besserer Geschäftsanwendungen, zur Optimierung von Innovationsinitiativen und zur Verbesserung der Kundenerfahrung beizutragen.

Eine IT-Überwachung, die alle wichtigen Geschäftsabläufe unterstützt, ist einer von vielen Faktoren, die für den Betrieb einer großen und komplexen IT-Infrastruktur benötigt werden. Der Schlüssel liegt in der Nutzung von Daten, um die gesamte digitale Landschaft besser beobachten zu können.

Daten von benachbarten Überwachungstools (APM-, DEM- oder NPMD-Plattformen), geschäftliche Einblicke aus Datenbanken, Middleware und Geschäftsanwendungen sowie korrelierte Informationen aus Daten-Repositories eröffnen in Kombination neue Möglichkeiten. So liefert diese Kultur der Geschäftsbeobachtung reichhaltige kontextbezogene Informationen, die die Beteiligten bei ihrer Entscheidungsfindung unterstützen.

Von dieser Warte aus betrachtet ist die IT-Überwachung ist also ein Tool, das unterschiedlichste Beteiligte dabei unterstützt, kritische Infrastrukturen und Arbeitsabläufe im Auge zu behalten. Die Tools, die bei der Verwaltung der IT-Dienste und der Benutzererfahrung helfen, müssen gleichermaßen miteinander verbunden sein. Teams, die IT-Überwachungssysteme implementieren und nutzen, müssen bei der Bereitstellung und Konfiguration des Netzwerkrands flexibel sein. Eine ganzheitliche, genaue IT-Überwachung ist wichtig, um die Art von sicherer und zuverlässiger digitaler Umgebung zu schaffen, die Unternehmen benötigen, um ihren Betrieb aufrechtzuerhalten.

Eine weltweite Umfrage unter 600 IT-Managern und I&O-Teams, die von der unabhängigen Firma Vanson Bourne für Centreon durchgeführt wurde, unterstreicht die wachsende Bedeutung der IT-Überwachung für die IT-Strategie von Unternehmen. Die Erhebung zeigt, dass nur 27 % der Unternehmen mit ihrem Überwachungssystem voll zufrieden sind – obwohl es zu den wichtigsten Prioritäten gehört, vor allem seit dem Beginn der Pandemie.

Quelle: Vanson Bourne

Die Studie zeigt auch auf, wie unterschiedlich nordamerikanische und europäische Unternehmen ihre Prioritäten setzen.

  • Die Europäer sind etwas weniger geneigt (46 %) als die Nordamerikaner (49 %), die Überwachung auf die Cloud auszudehnen einen größeren Anstieg des Cloud-Anteils in ihrer Infrastruktur bis 2023 vorauszusagen.

  • Europa scheint bei der Einführung von Public Clouds (22 % für Europäer, 25 % für Nordamerikaner) sowie bei Edge und IoT (16 % vs. 19 %) hinter Nordamerika zurückzubleiben, obwohl die Umfrage auf einen allgemeinen Aufwärtstrend in den nächsten drei Jahren hindeutet.

  • Die Unterschiede in den Prioritäten sind wahrscheinlich auf das ungleiche Tempo der Infrastrukturentwicklung zurückzuführen. Ein Beleg dafür ist, dass nordamerikanische Unternehmen IoT (60 %), Edge Computing (51 %) und Big Data (48 %) zu den Technologien und Trends zählen, die sich bis 2023 auf ihre IT-Überwachungspraktiken auswirken werden. Europäer führen dagegen Big Data (48 %), IoT (47 %) und KI/Maschinelles Lernen (41 %) an.

  • In Bezug auf die Personalausstattung zeigt sich, dass nordamerikanische IT-Manager am ehesten die Notwendigkeit erkennen, neue Stellen für die IT-Überwachung zu schaffen (73 %), während ihre europäischen Kollegen möglicherweise hinterherhinken (51 %).

Worauf achten die Anbieter?

In diesem Jahr werden die für die IT-Überwachung bereitgestellten Budgets steigen. Ein Trend, der sich auch durch die COVID-19-Pandemie nicht geändert hat – ganz im Gegenteil. Der Markt für IT-Monitoring-Tools wird zwischen 2021 und 2025 voraussichtlich um 30,10 Milliarden Dollar wachsen, mit einer CAGR von 29 % während des Prognosezeitraums, so der globale „IT Monitoring Tools Market“-Bericht von MarketWatch.

Wie bereits erwähnt, wird der Wechsel von der Überwachung technischer KPIs zu geschäftsorientierten KPIs in den kommenden Jahren ein weiterer wichtiger Trend sein. Für viele IT-Teams wird es eine Priorität sein, sicherzustellen, dass sie neue Umgebungen überwachen und Berichte über geschäftsorientierte KPIs austauschen können.

ITOps sind sich auch bewusst, dass sich ihre Überwachungspraktiken entlang zweier Hauptachsen entwickeln müssen: zum einen an der Stärkung der Produktion geschäftsorientierter KPIs, damit die IT besser auf die Geschäftsbereiche abgestimmt werden kann. Zum anderen an der Integration von Cloud, Edge und IoT in die Überwachungspraktiken, um einen ganzheitlichen Blick auf die IT-Umgebung zu erhalten – wo auch immer sie sich befindet. Unternehmen müssen sicherstellen, dass ihre IT-Überwachungsmethoden und -praktiken anpassungsfähig sind und ihren Teams einen Einblick in die Leistungsstufen der gesamten IT-Infrastruktur ermöglichen.

Laut Centreon werden die Überwachungsstrategien aus mehreren Gründen immer ausgefeilter:

  • Integration von Remote-Umgebungen – vor allem aufgrund der anhaltenden Telearbeit, aber auch wegen Umstrukturierungswellen, mit denen sich Unternehmen an die Post-Covid-Normalität anpassen.

  • Beschleunigte Migration zu Cloud- und Microservices für mehr Flexibilität und Agilität bei der Bereitstellung von Software bei gleichzeitiger Verringerung der Risiken, die mit monolithischen Architekturen verbunden sind.

  • Haushaltsdruck: Zusätzlich zu den technischen und leistungsbezogenen Metriken müssen die Stakeholder, insbesondere die Budgetverantwortlichen, ständig sicherstellen, dass die Dienste unter optimaler Nutzung der Ressourcen bereitgestellt werden.

  • Der zunehmende Bedarf an Kommunikation über Nachhaltigkeit, einschließlich des Beitrags der IT zur CO2-Bilanz eines Unternehmens.

Die Observability (Beobachtbarkeit) wird weiterhin wichtig sein. „Wir verbringen viel Zeit damit, das Thema ‚Arbeiten von überall‘ unter die Lupe zu nehmen, und das wird sich durch die Büroöffnungen ein wenig auf die physischen Standorte auswirken“, sagt Phillip Gervasi, Senior Technical Evangelist, Riverbed. Da IT-Umgebungen immer hybrider, verteilter und komplexer werden, müssen IT-Teams ihre Netzwerküberwachungspraktiken weiterentwickeln, um breitere Beobachtungsziele zu unterstützen. Dies erfordert das Aufbrechen traditioneller IT-Silos, die Erfassung von Telemetriedaten aus dem gesamten digitalen Ökosystem und die Umwandlung großer Datenmengen in verwertbare Erkenntnisse. Diese können in allen IT-Bereichen genutzt werden, um die Entscheidungsfindung und Problemlösung zu beschleunigen.

Engineering-Teams wissen zwar, wie wichtig die Leistungsüberwachung und die Erkennung von Anomalien sind – doch die digitalen Erlebnisse von heute basieren auf einem Netzwerk von Microservices, die innerhalb der Beobachtungslandschaft nur schwer miteinander interagieren und kommunizieren können. Oft ermöglicht ein Flickenteppich von Analysetools den Ingenieuren einen begrenzten Einblick in ihren Technologie-Stack. Dieser reicht aber nicht aus, um herauszufinden, warum ein Fehler auftritt – geschweige denn, wie man ihn beheben kann. Laut einem aktuellen Bericht von New Relic sagen 90 % der IT-Führungskräfte und Ingenieure, dass die Beobachtbarkeit für ihren Geschäftserfolg entscheidend ist, wobei 94 % angeben, dass sie für ihre Rolle entscheidend sei.

Monitoring-as-a-Service-Angebote werden zunehmen, da Unternehmen wie Paessler ihre Angebote erweitern. „Technologieumgebungen stehen unter enormem Druck. Externe Faktoren ändern sich täglich, und die IT-, OT- und IoT-Infrastruktur muss genauso flexibel sein wie die Mitarbeiter, wenn es um die von ihnen angebotenen Dienste geht. Mit PRTG Hosted Monitor erweitert Paessler das PRTG-Angebot um eine gehostete Version und entlastet damit die Administratoren beim Betrieb ihrer Monitoring-Lösung“, sagt Helmut Binder, CEO von Paessler.

Anbieter von Network Performance Management (NPM) werden sich in Richtung Netzwerkbeobachtung weiterentwickeln, um eine IT-Branche zu bedienen, die Multi-Cloud-WANs, Edge-Clouds, ortsunabhängiges Arbeiten und internetbasierte WANs einsetzt. Tiefe Einblicke in traditionelle lokale Netzwerke sind für moderne IT-Betriebsteams einfach nicht ausreichend. Durch organische Entwicklung, Fusionen und Übernahmen werden NPM-Anbieter ihre Kern-NPM-Funktionen um AIOps, Sicherheitsüberwachung, Cloud-Monitoring und Digital Experience Monitoring erweitern. Dadurch ermöglichen sie einen umfassenden Einblick in den digitalen Betrieb. NetOps-Teams versuchen, sich mit SecOps und DevOps abzustimmen und die Netzwerkbeobachtungslösungen ihrer traditionellen NPM-Anbieter werden ihnen sicherlich dabei helfen, kommentiert Shamus McGillicuddy, VP Research, Network Infrastructure and Operations bei Enterprise Management Associates.

Es ist unmöglich, über die nächsten 12 Monate nachzudenken, ohne über künstliche Intelligenz zu sprechen. Die Entwicklung der Cloud-Technologie hat dazu geführt, dass die KI heute präsenter ist als je zuvor. Auch bei der Netzwerküberwachung kann die künstliche Intelligenz eine sehr wichtige Rolle spielen. KI sammelt große Datenmengen – die Kombination von Clouds mit KI und maschinellem Lernen ist darauf ausgelegt, diese Daten zu analysieren sowie wiederkehrende Muster zu erkennen. Auf diese Weise lassen sich Anomalien aufdecken und die Analyse sowie Ursachenfindung verbessern, aber auch Trends identifizieren und eine vorausschauende Wartung ermöglichen.

Es gibt viele Unternehmen, die behaupten, über KI-Lösungen zu verfügen. Aber nur wenige neue, cloudbasierte Überwachungslösungen, vor allem auf dem Unternehmensmarkt, basieren wirklich auf künstlicher Intelligenz. Sie sind hauptsächlich auf die Überwachung der Anwendungsleistung und der Sicherheit ausgerichtet und ermöglichen eine erweiterte Beobachtung des Datenverkehrs. Es handelt sich um hochspezialisierte Lösungen, die sich an erfahrene Spezialisten richten.

„KI-Assistenten, die Netzwerke auf Augenhöhe mit menschlichen Fachleuten verwalten und Fehler beheben können, werden bis 2022 zu Mitgliedern von IT-Teams aufsteigen. Im Unternehmen haben KI, maschinelles Lernen und AIOps das Potenzial, eine ebenso vertrauenswürdige Quelle zu werden wie der erfahrenste IT-Domänenexperte“, kommentiert Bob Friday, VP und CTO von Juniper Networks AI-Driven Enterprise. „Auch wenn wir noch nicht so weit sind, können wir davon ausgehen, dass KI-Assistenten und Konversationsschnittstellen im nächsten Jahr eine wichtigere und vertrauenswürdigere Rolle im Unternehmen einnehmen werden. Derzeit können KI-Konversationsschnittstellen bis zu 70 % der Support-Tickets genauso effektiv beantworten wie ein Fachexperte. Mit zunehmender Netzwerkkomplexität und verteilten Arbeitslasten werden AIOps und virtuelle KI-Assistenten zu unverzichtbaren Mitgliedern eines IT-Teams. Darüber hinaus werden Cloud-Dienste weiter skaliert, um eine unbegrenzte, kostengünstige Verarbeitung und Speicherung zu ermöglichen.“

Der neueste Trend, der sich auf dem Markt durchsetzt, ist die zunehmende Nutzung von Big Data für die IT-Überwachung und -Analyse. Dem Bericht zufolge ist einer der wichtigsten Treiber dieses Marktes die Verbesserung der Effizienz im IT-Betrieb.

Alle Unternehmen überwachen bereits heute in irgendeiner Form ihre IT-Infrastruktur, aber in naher Zukunft wird es unerlässlich sein, sicherzustellen, dass „erweiterte“ Überwachungstools eingesetzt werden, um IT-Teams bei der Bewältigung der Digitalisierung und der wachsenden Verantwortung zu unterstützen. Denn in Bezug auf die IT-Digitalisierung bedeutet Überwachung, einen Überblick über die IT-Umgebungen und die dazugehörige Branche zu haben – und das ist nur möglich, wenn beide mit einer einzigen Lösung beobachtet werden.

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