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  • IoT
  • Oktober 08, 2021

Co2-Reduktion: Nicht ohne IoT und 5G

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Digitale Technologien wie das Internet der Dinge (IoT) und 5G können dazu beitragen, Emissionen zu reduzieren – ein Thema, das besonders in der Geschäftswelt in letzter Zeit an Bedeutung gewonnen hat. Eine Fallstudie aus dem Vereinigten Königreich zeigt beispielsweise, dass 17,4 Millionen Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr eingespart werden können, wenn die Technologien in der Fertigung, im Transportwesen und in der Landwirtschaft eingesetzt werden. Somit spielen sie für die britische Regierung eine Schlüsselrolle bei der Erreichung des Ziels, die Emissionen bis 2035 um 78 % und bis 2050 auf Null zu reduzieren. Diese Schlussfolgerung geht aus einer Studie von Vodafone und WPI Economics mit dem Titel „Connecting for Net Zero: addressing the climate crisis through digital technology“ hervor.

Die Studie wählte diese drei Sektoren aus, da sie alle einen erheblichen Beitrag zur Senkung der britischen Emissionen leisten können. Wie nicht anders zu erwarten, entfällt auf dichter besiedelte Gebiete wie Städte ein größerer Anteil der emittierten Kohlenstoffmenge. In ländlichen Gebieten sind jedoch die Emissionen pro Kopf höher.

Für die Forschung gilt, dass ein Teil der CO2-Reduktion ohne den Einsatz digitaler Technologien nicht möglich wäre. Im Falle des verarbeitenden Gewerbes beispielsweise haben frühere erfolgreiche Initiativen zur Emissionssenkung in den letzten Jahren nachgelassen. Dennoch haben IoT- und 5G-Technologien wie 3D-Druck, intelligente Sensoren und Automatisierung das Potenzial, 2,7 bis 3,3 Millionen Tonnen Kohlenstoff pro Jahr aus der Atmosphäre zu entfernen.

Ein weiterer Bereich, der im Vereinigten Königreich hohe Emissionen verursacht, ist die Landwirtschaft. Hier können vernetzte digitale Technologien, die zur Überwachung von Feldfrüchten und der Versorgung mit Dünger, Futtermitteln und Wasser eingesetzt werden, die Ressourcenverschwendung ebenfalls erheblich reduzieren. So tragen Sie zu einer Verringerung der Emissionen um 2,4 bis 4,8 Millionen Tonnen CO2 bei.

Die größte Emissionsquelle des Landes, die seit 1990 praktisch unverändert geblieben ist, ist der britische Landverkehr. In diesem Bereich können digitale Lösungen dazu beitragen, Verkehr und Staus zu reduzieren und damit den unnötigen Kraftstoffverbrauch zu verringern. Gerade im Verkehrssektor gibt es das größte Potenzial zur Emissionsreduktion – bis zu 9,3 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr, so die Studie.

Quelle: Vodafone und WPI Economics

Das verarbeitende Gewerbe im Detail

Das verarbeitende Gewerbe in Großbritannien hat von Anfang der 1990er bis Mitte der 2000er Jahre Fortschritte bei der Dekarbonisierung gemacht. Doch in den letzten Jahren haben sich die Bemühungen verlangsamt: Etwa 82 Millionen Tonnen CO2 wurden 2019 durch die britische Industrie in die Atmosphäre freigesetzt, das sind 15 % der gesamten CO2-Emissionen des Landes.

Die Technologie steht in den nächsten Jahren im Mittelpunkt der Regierungsmaßnahmen, um bis 2050 den Kohlenstoffdioxidausstoß auf null herunterzufahren. Dazu gehören Maßnahmen, die auf die Nutzung kohlenstoffarmer Brennstoffquellen und den Einsatz industrieller digitaler Technologien abzielen. Die Maßnahmen lassen sich in fünf Hauptgruppen unterteilen. Alle davon werden weitgehend von IoT und 5G angetrieben:

  • Künstliche Intelligenz, maschinelles Lernen und Datenanalyse
  • Additive Fertigung (3D-Druck)
  • Robotik und Automatisierung
  • Virtuelle Realität und erweiterte Realität (Augmented Reality)
  • Internet der industriellen Dinge (IIoT) und Konnektivität

Neben der bereits erwähnten Emissionsreduktion können diese Technologien, wenn sie gekoppelt werden, große Vorteile in Bezug auf Produktivität, Qualität und Effizienz bieten. So zum Beispiel durch geringeren Energieverbrauch, Förderung der Kreislaufwirtschaft und geringere Umweltverschmutzung. Darüber hinaus ergab eine Accenture-Analyse, dass die Einführung industrieller digitaler Technologien im verarbeitenden Gewerbe ein Wachstum von 1,5 % bis 3 % pro Jahr generieren kann. Das bedeutet einen konservativen Nettozuwachs von 175.000 Arbeitsplätzen.

Landwirtschaft im Detail

Die Landwirtschaft war im Jahr 2019 für 46,3 Millionen Tonnen CO2-Emissionen verantwortlich, was einem Anteil von 9 % an den gesamten Emissionen des Vereinigten Königreichs entspricht. Landwirtschaftliche Aktivitäten unterscheiden sich aus zwei Hauptgründen von anderen Bereichen:

  • Die wichtigsten Treibhausgasemissionen sind nicht CO2, sondern Ethan und Distickstoffoxid.

  • Sie tragen zum Klimawandel bei, aber sie sind auch Teil der Lösung: Bäume, Gras und andere nicht landwirtschaftliche Pflanzen auf von Landwirten bewirtschafteten Flächen binden CO2 aus der Atmosphäre.

Digitale Technologien können die Landwirtschaft durch IoT-Sensoren intelligenter machen. Diese helfen dabei, die natürlichen Ressourcen besser zu nutzen, die Emissionen aus dem Düngerverbrauch zu verringern, eine regenerative Landwirtschaft zu fördern und die biologische Vielfalt wiederherzustellen.

Verkehr im Detail

Der Verkehr ist derzeit die größte Emissionsquelle des Vereinigten Königreichs. Dabei ist der Anteil des Landverkehrs (ohne Luft- und Seeverkehr) seit 1990 praktisch unverändert geblieben und beläuft sich 2019 auf 113 Millionen Tonnen CO2 oder 22 % des gesamten britischen Ausstoßes. Rund 78 % der Emissionen des Landverkehrs stammen von PKW und Kleintransportern. Tatsache ist, dass trotz der erheblichen Effizienzsteigerungen in diesem Sektor auch die Nachfrage gestiegen ist.

Das Internet der Dinge, wie es heute existiert, kann kurzfristig eine wichtige Rolle bei der Verringerung der Emissionen spielen, indem es dazu beiträgt, das Fahrerverhalten zu ändern. Gleichzeitig kann es als Grundlage für vernetzte und autonome Fahrzeuge und letztendlich für Elektrofahrzeuge dienen. IoT- und 5G-Netze tragen auch dazu bei, eine effizientere, sicherere und weniger verschwenderische Transportlogistik zu fördern, indem sie verbesserte Möglichkeiten zur Rückverfolgbarkeit über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg nutzen.

Das Thema ist aktuell wie nie: Ein früherer Bericht von Vodafone und WPI Economics hatte sich bereits mit den Herausforderungen der Dekarbonisierung von Gewerbegebäuden und der Rolle digitaler Technologien bei der Emissionsreduzierung befasst.

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