AMD und Intel kündigen neue Prozessoren für Rechenzentren an

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Die zwei größten Prozessorhersteller der Welt – AMD und Intel – haben kürzlich ihre Innovationen für den Rechenzentrumsbereich vorgestellt. AMD kündigte die allgemeine Verfügbarkeit seiner EPYC-Prozessoren der 4. Generation mit dem Codenamen Genoa an, die eine hohe Leistung für kritische Arbeitslasten in der Rechenzentrumsumgebung bieten. Intel gab dagegen die Intel Data Center GPU Max Series mit dem Codenamen Ponte Vecchio bekannt. Dabei handelt es sich um den Prozessor mit der höchsten Dichte des Unternehmens, der mit über 100 Milliarden Transistoren in einem 47-Block-Gehäuse und bis zu 128 Gigabyte (GB) Speicher mit hoher Bandbreite ausgestattet ist.

Die EPYC-Prozessoren der 4. Generation basieren auf AMDs leistungsstärkstem Zen-4-Kern und versprechen ein hohes Maß an Effizienz für Rechenzentrumsbetreiber, die vor den Herausforderungen steigender Energiepreise und Nachhaltigkeitsziele stehen.

„Die Wahl des richtigen Prozessors ist für Rechenzentren besonders wichtig. Da sind die EPYC-Prozessoren der vierten Generation in jeder Hinsicht führend. Und weil Rechenzentren die größte Wachstumschance und eine strategische Priorität für AMD darstellen, sind wir sehr bestrebt, unser Unternehmen mit dem breitesten Portfolio an High-Performance- und Adaptive-Computing-Segmenten zum idealen Partner unserer Kunden zu machen“, sagte Dr. Lisa Su, Präsidentin und CEO von AMD.

Mit bis zu 96 Kernen ermöglichen die neuen AMD-EPYC-Prozessoren der 4. Generation den Einsatz von leistungsfähigeren Servern in geringerer Stückzahl. Denn laut AMD wird dadurch nicht nur mehr Flexibilität für Rechenzentren gewährleistet, sondern auch dazu beigetragen, die Nachhaltigkeitsziele von Unternehmen zu erreichen und Gewinne zu erwirtschaften. Benchmarks zeigen, dass der EPYC 9654 der 4. Generation mit 96 Kernen im Vergleich zu seinem Milan-Vorgänger 107 % mehr Leistung in der Cloud, 123 % mehr Leistung für Hochleistungsrechenlasten und 94 % mehr Leistung für Unternehmenssysteme erzielt.

Hinsichtlich der Energieeffizienz gibt AMD an, dass der Betrieb von 1.995 virtuellen Maschinen fünf Server mit EPYC-9654-Prozessoren mit 96 Kernen erfordern würde. Die neueste Intel-CPU würde dafür hingegen 15 Server benötigen. Das würde laut Dan McNamara, Senior Vice President und General Manager der Server Business Unit von AMD, zu einer 40-prozentigen Reduzierung der Investitionskosten und einer 61-prozentigen Reduzierung der Betriebskosten pro Jahr führen.

Mit einem „Security by Design“-Ansatz bietet die 4. Generation der EPYC-Familie darüber hinaus einen erweiterten Funktionsumfang. Dieser enthält physische und virtuelle Schutzschichten sowie doppelt so viele Verschlüsselungscodes wie die Vorgängergenerationen, um so die Sicherheit von Daten zu gewährleisten – egal, ob sie lokal, in der Cloud oder in Speichersystemen gesichert sind.

Außerdem unterstützen die neuen AMD-EPYC-Prozessoren DDR5- und PCIe®-Gen 5-Speicher, die für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz und des maschinellen Lernens unerlässlich sind. Zusätzlich dazu wird zur Speichererweiterung CXL® 1.1+ genutzt.

Laut Analysten versetzen die EPYC-Prozessoren der 4. Generation AMD in die Lage, dem Konkurrenten Intel weitere Marktanteile abzunehmen. Das ist auf Intels verzögerte Einführung seines Xeon-Prozessors mit dem Codenamen Sapphire Rapids zurückzuführen. Ein Beleg dafür ist die Tatsache, dass Hersteller wie HPE und Lenovo zum ersten Mal eine neue Serverfamilie mit AMD-Chips vor den Modellen mit Intel-Chips auf den Markt gebracht haben, so Matt Kimball, Senior Analyst im Bereich Rechenzentren bei Moor Insights & Strategy. Darüber hinaus kündigten Cloud-Anbieter wie Microsoft Azure und Oracle Cloud Infrastructure während der AMD-Veranstaltung Dienste an, die den neuen Genoa-Chip nutzen. Und auch Führungskräfte von Serveranbietern wie Dell und Supermicro stellten neue Funktionen vor, die auf AMDs neuestem Prozessor laufen.

Auf der anderen Seite

Die Produkte der Intel GPU Max Series werden voraussichtlich im Januar 2023 auf den Markt kommen. Sie sollen mit bis zu 128 Xe-HPC-Kernen ausgestattet sein – einer neuen Architektur, die auf anspruchsvollere Rechenlasten ausgerichtet ist. Zudem werden sie laut Intel mit 408 MB L2-Cache und 64 MB L1-Cache daherkommen, um die Durchsatzraten und die Leistung zu erhöhen.

Die Intel-GPU-Max-Serie wird in folgenden Varianten erhältlich sein, um unterschiedlichen Anforderungen gerecht zu werden:

  • GPU Max Series 1100: 300-Watt-PCIe-Karte mit doppelter Breite, 56 Xe-Kernen und 48 GB. HBM2e-Speicher. Mehrere Karten können über Intel Xe Link-Brücken verbunden werden.
  • GPU Max Series 1350: 450-Watt-OAM-Modul mit 112 Xe-Kernen und 96 GB HBM.
  • GPU Max Series 1550: 600-Watt-OAM-Modul mit 128 Xe-Kernen und 128 GB HBM.
  • Zusätzlich zu den einzelnen Karten und Modulen wird das Unternehmen das Intel-Data-Center-GPU-Max-Series-Subsystem mit x4 GPU OAM-Karte und Intel Xe Link anbieten, um die Kommunikation zwischen mehreren Hochleistungs-GPUs innerhalb des Subsystems zu ermöglichen.

Nach Angaben von Intel wird der Supercomputer Aurora, der derzeit am Argonne National Laboratory gebaut wird, bis 2023 der erste PC sein, der eine Leistung von mehr als zwei Exaflops im Double-Precision-Computing erreicht. Außerdem wird er auch der erste sein, der die Leistung der Kombination von Grafikprozessoren und CPUs der Max-Serie in einem einzigen System mit mehr als 10.000 Blades zeigt, die jeweils sechs Grafikprozessoren der Max-Serie und zwei Xeon-Max-CPUs enthalten.

Die Intel GPU Data Center Max Series mit dem Codenamen Rialto Bridge wird der Nachfolger dieser Reihe sein und soll 2024 auf den Markt kommen.

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