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WiFi 802.11bf: Zahlreiche Neuerungen beim neuen WiFi-Standard

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Zahlreiche Änderungen am Wifi-Standard sollen bis voraussichtlich 2024 abgeschlossen sein. Sie sollen drahtlose Geräte in Sensoren verwandeln, die Daten über Personen und Objekte sammeln können. Damit wird die zukünftige 802.11bf-Spezifikation nicht nur für die Kommunikation genutzt, wie es bei der aktuellen Version der Fall ist. Stattdessen kann es auch als komplettes Sensing-Paradigma fungieren, erläutert Francesco Restuccia vom Department of Electrical and Computer Engineering an der Northeastern University (USA) in einem Artikel. In diesem fasst er den Status des Wi-Fi Sensing (SENS) Projekts zusammen, das vom Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE) entwickelt wird.

WiFi 802.11bf ist ohne die damit verbundene „WiFi Sensing”-Technologie (SENS) nicht zu verstehen. Der erste Begriff steht für den Standard, dessen Hauptneuheit die Einführung dieser Fähigkeit ist, WiFi-Geräte in eine Art Abstands- und Bewegungssensor zu verwandeln.

Das kürzlich genehmigte Projekt WiFi Sensing (SENS) sucht nach einer Möglichkeit, Interferenzunterschiede im WiFi-Signal beim Senden und Empfangen von Daten zu nutzen. Dabei sollen Reichweite, Geschwindigkeit, Richtung, Bewegung, Anwesenheit und Nähe von Personen und Objekten gemessen werden. Bemühungen in diese Richtung sind schon länger zu beobachten. Bisher waren diese jedoch ohne jegliche Standardisierung nur auf den Forschungsbereich beschränkt.

Netzwerkforscher wissen schon seit Jahren, dass WiFi-Signale genutzt werden können, um Daten über Personen und Objekte in der Nähe zu sammeln. Bisher waren solche Bemühungen, wie der Versuch, Gesteneingaben über WiFi zu erfassen, aber ein neues Forschungsgebiet.

Natürlich tauchen bereits jetzt Fragen zur Sicherheit und zum Datenschutz auf, die mit der neuen Spezifikation verbunden sind. Der Artikel von Francesco Restuccia zeigt die Chancen und Herausforderungen des 802.11bf-Standards auf und weist darauf hin, dass sich die Arbeit der IEEE-Gruppe bisher auf die Verbesserung der Erkennungsgenauigkeit und nicht so sehr auf Fragen der Sicherheit und des Datenschutzes konzentriert. So könnten Eindringlinge in WiFi-Netzwerken beispielsweise das Tippen auf Tastaturen, Gesten und die Aktivitäten der Benutzer erkennen. Wenn die künftige Spezifikation eine breite Akzeptanz finden soll, müssen diese Punkte sehr genau angegangen werden.

Auch bei der Lösung von Interferenzproblemen, wie sie durch die gemeinsame Nutzung des Spektrums mit anderen Technologien entstehen, gibt es noch viel zu tun. Akademische Einrichtungen, Forschungslabors und Vertreter der Industrie sind Teil dieser Arbeitsgruppe, die nach Wegen sucht, solche Hindernisse zu überwinden.

Die kommende 802.11bf-Version des WiFi-Standards wird das Entstehen innovativer Anwendungen ermöglichen, die es heute in unserem Alltag so noch nicht gibt. Er kann in industriellen und kommerziellen Umgebungen in Fertigungssystemen, Unternehmensnetzwerken und Test- und Messgeräten eingesetzt werden. Der Standard kann unter anderem die Sicherheit zu Hause, die Verwaltung des Energieverbrauchs, die häusliche Pflege älterer Menschen und das Spielen von Videospielen für Endbenutzer verbessern. Generell gilt: Wo bisher Sensoren oder Kameras die Fernüberwachung übernahmen, werden die zukünftig vorhandenen Sensorfähigkeiten in der Lage sein, die gleichen Aufgaben auf noch bessere Weise zu erfüllen – das will die IEEE-Gruppe demonstrieren.

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