Wasserpositiv bis 2030: AWS verkündet nachhaltige Ziele

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Vor Kurzem hat Amazon Web Services (AWS) angekündigt, dass es bis 2030 mehr Wasser an die Gemeinden zurückgeben will, als es für seinen Betrieb verbraucht: In Analogie zu dem Begriff, der bei der Berechnung von Kohlenstoffemissionen verwendet wird, hat das Unternehmen also das Ziel, wasserpositiv oder sogar wasser+ zu sein. Außerdem gab AWS bekannt, dass die globale Wassernutzungseffizienz (WUE) im Jahr 2021 bei 0,25 Litern Wasser pro Kilowattstunde lag.

AWS hat vor, jährlich anhand der WUE-Kennzahl neue Entwicklungen aufzuzeigen: So sollen Bemühungen zur Wiederverwendung und zum Recycling von Wasser, Aktivitäten zur Senkung des Wasserverbrauchs in den eigenen Anlagen sowie Fortschritte bei Auffüllprojekten anhand der Wassernutzungseffizienz kenntlich gemacht werden.

„Wasserknappheit ist weltweit ein großes Problem. Deshalb wollen wir unseren Teil dazu beitragen, diese wachsende Herausforderung zu bewältigen. Denn schon in wenigen Jahren wird schätzungsweise die Hälfte der Weltbevölkerung in Gebieten mit Wassermangel leben. Um sicherzustellen, dass alle Menschen Zugang zu Wasser haben, müssen wir alle innovativ sein und versuchen, diese wertvolle Ressource zu erhalten und wiederzuverwenden“ so Adam Selipsky, CEO von AWS.

Um bis 2030 wasserpositiv zu werden, konzentriert sich AWS auf folgende vier Schlüsselstrategien: Die Verbesserung der Wassereffizienz, die Nutzung nachhaltiger Wasserquellen, die Rückgabe von Wasser an Gemeinden zur Wiederverwendung und die Unterstützung von Auffüllprojekten.

Bei der ersten Strategie zur Verbesserung der Wassereffizienz nutzt AWS fortschrittliche Cloud-Dienste wie Internet of Things (IoT)-Technologien, um den Wasserverbrauch in Echtzeit zu analysieren, Lecks zu erkennen und zu beheben. Außerdem verbessert AWS die betriebliche Effizienz, indem es in vielen seiner Einrichtungen die meiste Zeit des Jahres auf Kühlwasser verzichtet und stattdessen eine externe Belüftung einsetzt. In Irland und Schweden wird zum Beispiel fast 95 % des Jahres kein Wasser zur Kühlung der Rechenzentren verwendet. Darüber hinaus investiert AWS in Wasseraufbereitungssysteme, die eine mehrfache Wiederverwendung von Wasser ermöglichen und den Verbrauch für die Kühlung minimieren.

AWS nutzt, wann immer möglich, recyceltes Wasser oder Regenwasser. In Nord-Virginia, USA, ist AWS nach eigenen Angaben sogar der erste Rechenzentrumsbetreiber in diesem Bundesstaat, der die Genehmigung zur Verwendung von recyceltem Wasser in natürlichen Verdunstungskühlsystemen erhalten hat. Zudem verarbeitet AWS bereits in 20 Rechenzentren weltweit recyceltes Wasser zur Kühlung und plant, diese Initiative auf weitere Einrichtungen auszuweiten.

Hinzu kommt, dass AWS auch immer mehr Möglichkeiten findet, Wasser an die Gemeinden zurückzugeben, nachdem die Wiederverwendung in den Rechenzentren maximiert wurde. Im US-Bundesstaat Oregon stellt AWS zum Beispiel bis zu 96 % des Kühlwassers der Rechenzentren den örtlichen Landwirten für die Bewässerung von Mais, Sojabohnen und Weizen kostenlos zur Verfügung.

AWS investiert aber auch in Wasseraufbereitungsprojekte in den Gemeinden, in denen das Unternehmen tätig ist. Diese Projekte verbessern den Zugang, die Verfügbarkeit und die Qualität von Wasser, indem sie Wassereinzugsgebiete wiederherstellen und sauberes Wasser, sanitäre Einrichtungen und Hygienedienste für Gemeinden mit Wasserknappheit bereitstellen. So hat AWS beispielsweise bereits Auffüllungsprojekte in Brasilien, Indien, Indonesien und Südafrika durchgeführt, durch die jährlich 1,6 Milliarden Liter Frischwasser für die Gemeinden bereitgestellt werden.

Einen vollständigen Überblick darüber, wie AWS bis 2030 wasserpostiv wird, finden Sie unter https://sustainability.aboutamazon.com/water. Unter diesem Link finden Sie außerdem auch Amazons Water Stewardship in Data Centers.

Und was machen Microsoft, Google und Meta?

Microsoft hat im Jahr 2020 eine ähnliche Ankündigung wie AWS gemacht und erklärt, dass das Unternehmen weiterhin in die Reduzierung von Wasser in seinen Betrieben investieren wird. Dazu gehört auch ein Nachhaltigkeitsstandard für die weltweiten Standorte von Microsoft.

Google, das seine Ziele im September 2021 bekannt gab, hat erklärt, dass es bis 2030 ganze 120 % des in Büros und Rechenzentren durchschnittlich verbrauchten Wassers ersetzen will, wobei es sich auf drei Bereiche konzentriert: (1) Besseres Management der Wasserressourcen auf dem Campus und in Rechenzentren, (2) Wiederherstellung und Verbesserung der Gesundheit von Wassereinzugsgebieten und Ökosystemen in wasserarmen Gemeinden sowie (3) die gemeinsame Nutzung von Technologien und Tools zur Vorhersage, Vorbeugung und Bewältigung von Wassermangel.

Metas Absichten im Hinblick auf die Wasserpositivität wurden einen Monat zuvor, im August 2021, verkündet. Darin hieß es, dass die Bemühungen zur Wiederherstellung der Wasserversorgung in Regionen mit hohem Mangel durch den Einsatz von Technologien zur Steigerung der Wassereffizienz von Anlagen beginnen würden. Darüber hinaus gab das Unternehmen an, dass durch die Projekte jährlich mehr als 850 Millionen Gallonen Wasser regeneriert werden sollen. Interessant: In den Regionen mit hohem Wasserstress wurden durch solche Initiativen im Jahr 2020 schätzungsweise bereits 595 Millionen Gallonen Wasser zurückgewonnen.

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