Umweltbelastung durch Rechenzentren: Die fünf wichtigsten Bereiche

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Die digitalen Technologien haben sich als äußerst wichtig für unser tägliches Leben erwiesen: Besonders in Zeiten der Pandemie verringern sie Entfernungen und ermöglichen Tätigkeiten wie Telearbeit, die sonst praktisch unmöglich wären. All dies hat jedoch seinen Preis, der in mehreren Einheiten gemessen werden kann. Eine davon ist die ökologische Nachhaltigkeit.

Eines der wichtigsten digitalen Ökosysteme, das relevante Umweltauswirkungen verursacht, ist das Rechenzentrum. Laut einer Schätzung aus dem April 2019 verbrauchen Rechenzentren mehr als 2 % des weltweiten Stroms und erzeugen die gleiche Menge an Kohlendioxidemissionen wie die globale Luftfahrtindustrie (in Bezug auf den Kraftstoffverbrauch). Darüber hinaus entfallen laut Professor John Naughton von der britischen Open University rund 50 % des gesamten Energieverbrauchs digitaler Ökosysteme auf Rechenzentren. Persönliche Geräte verbrauchen weitere 34 % und die für ihre Herstellung verantwortlichen Industrien 16 %.

Und je mehr Technologien entstehen, desto größer werden deren Auswirkungen auf die Umwelt. Ein von Forschern der University of Massachusetts Amherst veröffentlichter Artikel zeigt beispielsweise, dass das Training einer Maschine mit künstlicher Intelligenz fünfmal mehr Kohlenstoff ausstoßen könnte als ein durchschnittlicher Mensch im Laufe seines Lebens mit dem Auto (einschließlich Kraftstoff) erzeugt.

Vor dem Hintergrund der Aufgabe, Rechenzentren umweltverträglicher zu machen, hat Schneider Electric – ein Unternehmen, das sich mit dem Management von Energiesystemen und Automatisierungsinitiativen befasst ein neues Modell angekündigt. Dieses zeigt fünf Brennpunkte für Umweltbelastungen sowie Metriken für Betreiber von Rechenzentren auf, die sich auf den Weg in Richtung Nachhaltigkeit begeben wollen.

„Die Berichterstattung über ökologische Nachhaltigkeit hat bei vielen Betreibern von Data Centern Aufmerksamkeit erregt. Dennoch fehlt der Branche ein standardisierter Ansatz zur Messung und Dokumentation der Umweltauswirkungen. Daher hat Schneider Electric ein ganzheitliches Framework mit standardisierten Kennzahlen entwickelt, das den Eignern und der Branche insgesamt als Leitfaden dient. Unser Ziel ist es, das Benchmarking zu verbessern und einen Schritt in Richtung Nachhaltigkeit zu machen“, sagt Pankaj Sharma, Executive Vice President, Secure Energy Division bei Schneider Electric.

Das Modell von Schneider Electric wurde in dessen Forschungszentrum für Energiemanagement zusammen mit Experten auf dem Gebiet ESG (Umwelt, Soziales und Verwaltung), Nachhaltigkeitsberatern, Wissenschaftlern und Architekten für Data Center entwickelt. Das Zentrum wurde 2002 gegründet und hat nach Angabe des Unternehmens bereits mehr als 200 Leitfäden und Tools vorgelegt, die frei verfügbar sind.

Es wurden dreiundzwanzig Metriken in fünf Kategorien ermittelt, die einen ganzheitlichen Ansatz für die Nachhaltigkeit von Rechenzentren darstellen:

  • Energie – Das schnelle Wachstum von Rechenzentren macht den Energieverbrauch und die Energieeffizienz zu den wichtigsten Schwerpunkten auf dem Weg zur Nachhaltigkeit. Neben der Senkung des Verbrauchs durch einen effizienten Betrieb kann der Einsatz von erneuerbaren Energien zur Verringerung der Kohlenstoffemissionen beitragen.

  • Treibhausgas-Emissionen – Gemäß dem GHG-Protokoll und der ISO 14064 gibt es drei Kategorien für die Freisetzung von Treibhausgasen (Scope 1, 2 und 3). Einige Metriken im Ansatz von Schneider Electric helfen bei der Messung dieser Emissionen.

  • Wasser – Kühltürme und andere Techniken werden aufgrund ihrer hohen Kühleffizienz häufig in Rechenzentren eingesetzt, verbrauchen jedoch viel Wasser. Untersuchungen des Uptime Institute haben gezeigt, dass ein 1-MW-Rechenzentrum mit herkömmlichen Kühlmethoden rund 25 Millionen Liter Wasser pro Jahr verbraucht. Darüber hinaus kann die Stromerzeugung große Mengen an Wasser erfordern, die über den Verbrauch für die Kühlung hinausgehen. Der Einsatz von aufbereitetem oder recyceltem Wasser anstelle von Trinkwasser kann dazu beitragen, den Druck auf die lokalen Wassersysteme zu verringern. Denn die Berichterstattung über den Wasserverbrauch wird für die Betreiber von Rechenzentren im Rahmen ihrer Nachhaltigkeitsziele immer wichtiger.

  • Abfall – Rechenzentren produzieren während der Bau- und Betriebsphase Abfall. Die Anwendung von Methoden und Prozessen der Kreislaufwirtschaft kann zu Fortschritten im Bereich Nachhaltigkeit beitragen und sollte dokumentiert werden.

  • Flächennutzung und Biodiversität – Rechenzentren haben einen direkten Einfluss auf das Land, auf dem sie gebaut werden, und betreffen indirekt auch das Ökosystem. Verglichen mit der Gesamtfläche kommerzieller Gebäude beanspruchen Rechenzentren eine relativ kleine Fläche. Spezielle Solar- und Windkraftanlagen, die sie mit Strom versorgen, können jedoch erhebliche Auswirkungen auf den Boden und die Artenvielfalt haben. Es ist wichtig, diese Auswirkungen zu messen und ebenfalls zu dokumentieren.

Weitere Einzelheiten zu den jeweiligen Metriken, die im Ansatz von Schneider Electric aufgeführt sind, finden Sie hier.

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