Samsungs Open-Source-Projekt erleichtert die digitale Gesundheitsforschung

Samsung
Sheila Zabeu -

Mai 18, 2023

Kürzlich kündigte Samsung Electronics das Open-Source-Projekt Samsung Health Stack 1.0 an, das sich auf die digitale Gesundheitsforschung konzentriert. Ziel ist es, die Erstellung von Anwendungen, Backend-Diensten und Analyse-Tools für Wearables auf der Grundlage der Betriebssysteme Android und Wear OS zu erleichtern.

Laut Samsung haben Smartphones und Wearables das Potenzial, die Gesundheitsforschung und die Entwicklung von datengesteuerten Biomarkern zu revolutionieren. Allerdings sind derzeit noch erhebliche Mengen an Zeit und Geld in die Entwicklung mobiler Apps und Dienste im Gesundheitswesen nötig. Diese Tätigkeit ist Medizinern oft (noch) unbekannt. Der Samsung Health Stack zielt darauf ab, die Barrieren zwischen digitaler Technologie und Medizin abzubauen.

„Der Samsung Health Stack, der die Erfassung digitaler Gesundheitsdaten einfacher und sicherer machen soll, wird die Barrieren zwischen Medizinern und Experten für digitale Technologie abbauen. Dies kann schon bald als Grundlage für Innovationen im Bereich der digitalen Gesundheit dienen“, sagte Yunsu Lee, Vizepräsident und Leiter des Data Intelligence Teams von Samsung. „Durch die Förderung der Entwicklung von digitalen Gesundheitsdiensten hoffen wir, die Lebensqualität von Menschen auf der ganzen Welt zu verbessern. Unser Wunsch ist es, dass Samsung Health Stack als Open-Source-Projekt für viele Menschen in diesem Bereich nützlich sein wird.“

Wearable Devices, die im Gesundheitswesen eingesetzt werden, verfügen in der Regel über eine mobile App, die die gesammelten Daten speichert und analysiert. Der Samsung Health Stack zielt darauf ab, einen einheitlichen Rahmen zu schaffen, um die gemeinsame Entwicklung solcher Apps zu erleichtern.

So bringt ein Technologie-Stack verschiedene Tools, Anwendungen und Dienste zusammen, die häufig zur Entwicklung eines Endprodukts verwendet werden. Der Samsung Health Stack ist ein solches Projekt: Eine Open-Source-Lösung, auf deren Basis sich Daten von Wearable-Geräten mit Android- und Wear-OS-Systemen sammeln und analysieren lassen. Samsung betont, dass der Samsung Health Stack als Open-Source-Projekt selbstredend offen für Beiträge ist, die das Projekt voranbringen.

Das Technologiepaket umfasst:

  • Ein Software-Entwicklungskit (SDK);
  • Ein Webportal für die Erstellung von Umfragen, die Verwaltung von Teammitgliedern, Teilnehmer-Tracking und Datenanalyse;
  • Backend-Dienste und eine Daten-Engine, die über Anwendungsprogrammierschnittstellen (APIs) verfügbar sind.

So können Entwickler mit dem Paket schnell und einfach Anwendungen erstellen, während die Umfrageteilnehmer davon ausgehen können, dass die von ihnen bereitgestellten Daten sicher verwaltet werden.

Bei der Durchführung von Studien mit Wearables zu Krankheiten wie Diabetes und Bluthochdruck ermöglicht der Samsung Health Stack den Forschern zum Beispiel, die Datenerfassung zu vereinfachen. Dies gelingt, indem sie nur relevante Informationen in das Portal eingeben. Anwendungen, die mit dem App SDK entwickelt werden, können die ständige Kommunikation zwischen Forschern und Studienteilnehmern erleichtern. Dies führt wiederum zu besseren Ergebnissen und beschleunigt den Entwicklungsprozess für die Wissenschaftler. Die Zeitersparnis kommt wiederum der Forschung zugute: Die Experten können sich auf vielfältigere und proaktive Gesundheitsprojekte konzentrieren.

Seit der Veröffentlichung der Alpha-Version auf der Samsung Developer Conference (SDC) 2022 hat sich der Samsung Health Stack weiterentwickelt: Seit März steht die Beta-Version zur Verfügung. Die Version 1.0 soll im Juni veröffentlicht werden.

Die Initiatoren sind sich einig: Samsung Health Stack 1.0 wird Verbesserungen bei der Umfrageeingabe, der Teilnehmerintegration, der Datenerfassung von Wearables und den grundlegenden Umfragefunktionen aufweisen. Man hat Sicherheit und Stabilität verbessert, um zuverlässigere Umfragen zu gewährleisten. Die Version bietet außerdem eine Funktion, die den Fortschritt der klinischen Teilnehmer bei bestimmten umfragebedingten Aufgaben trackt. Die Umfrage-Funktion, die es Forschern ermöglicht, Daten direkt von den Teilnehmern zu erfassen, wurde außerdem um ein dynamisches Feature erweitert, die das Forschungsziel und die Absichten der Wissenschaftler auf der Grundlage der Antworten der Teilnehmer widerspiegeln kann. So lassen sich auch zu einem späteren Zeitpunkt Folgemaßnahmen ergreifen.

Mit den benutzerfreundlichen Tools für das Forschungsmanagement ermöglicht Samsung Health Stack 1.0 den Wissenschaftlern, sich mehr auf das Forschungsdesign zu konzentrieren. Es bietet außerdem verschiedene Methoden, mit denen die Teilnehmer relevante Informationen bereitstellen können, um Verzögerungen zu vermeiden. Die den Entwicklern zur Verfügung gestellte Dokumentation wurde ebenfalls erheblich verbessert, um die Erstellung von Forschungssystemen zu erleichtern.

Fehler im Entwicklungsprozess

Die Entwicklung einer App für Wearables kann sich mitunter als entmutigende Task herausstellen. Denn wenn die Benutzeroberfläche nicht ansprechend genug ist, könnte eine solche App schon in der ersten Version zum Scheitern verurteilt sein, warnt der Forbes Tech Council.

Im Rahmen einer Veröffentlichung unterstreicht Forbes, welche No-Gos es in einem Entwicklungsprozess gibt. Die nachfolgenden Fehler sollten Verantwortliche vermeiden – insbesondere mit Blick auf Budget und Erfolgswahrscheinlichkeit eines App-Projekts:

1. Die plattformübergreifende Synchronisierung fehlt – Die plattformübergreifende Synchronisierung ermöglicht es Ihnen, Produkte verschiedener Hersteller zu verwenden, z. B. Google Pixel Headsets und einen Mac. Vergessen Sie dies nicht.

2. Keine ML-Technologie ins Gerät integriert – Wearable-Geräte können erheblich von der im Gerät installierten Technologie für maschinelles Lernen profitieren. Initiativen wie TinyML werden bereits von einer beträchtlichen Anzahl von Prozessorherstellern unterstützt und ermöglichen den Bau kostengünstiger Sensoren, die nur wenig Strom verbrauchen.

3. Vernachlässigung der Akku-Optimierung – Wenn Wearable-Geräte mit mehreren Anwendungen verbunden sind, kann sich dies negativ auf die Akkulaufzeit auswirken. Daher ist die Optimierung des Stromverbrauchs entscheidend.

4. Nichtberücksichtigung von natürlichen Grenzen – Wearable-Geräte haben begrenzte Bildschirmweiten, Akkulaufzeiten und Verarbeitungsleistungen, was bei der Entwicklung von Anwendungen unbedingt berücksichtigt werden muss.

5. Keine Absicherung der App – Auch Wearable-Technologien sind anfällig für Sicherheitslücken und Schwachstellen. Daher ist es wichtig, die Sicherheit der App bei Themen wie Anmeldeinformationen oder sichere Datenübertragung zu priorisieren.

6. Vernachlässigung der Benutzererfahrung – UX ist essenziell. Sie dürfen bei der Aufnahme jeder Funktion in die App nicht vergessen, sich eine entscheidende Frage zu stellen: Wie trägt das Features dabei bei, den Nutzern der App einen Mehrwert zu bieten

7. Ignorieren des Datenschutzes – Wearable Devices arbeiten mit persönlichen Daten, die unter keinen Umständen durch Sicherheitslecks gefährdet werden dürfen.

8. Überfrachtung des Wearable-Bildschirms mit zu vielen Informationen – Der Bildschirm von Mobilgeräten ist im Allgemeinen recht klein. Zu viele Funktionen überladen den Screen. Das kann den Benutzer, der extrem viel scrollen muss, durch zu viele unnötige Informationen ermüden.

9. Kein Augenmerk auf das Design – Priorisieren Sie die Benutzererfahrung (UX), indem Sie auf Design, Navigation und Benutzerfreundlichkeit achten.

10. Mehrstufige Prozesse – Fügen Sie keine Funktionen hinzu, die nur wenig genutzt werden. Konzentrieren Sie sich auf gute Benachrichtigungen sowie schnelle, mit nur einer Taste durchführbare Aktionen.

11. Kein Mehrwert – Anwendungen für tragbare Geräte sollten wenn möglich mit Einzigartigkeit und einem USP überzeugen. Daher ist es wichtig zu entscheiden, welche Funktionen am wichtigsten sind. Diese sollten gut gestaltet werden – getreu dem Motto „weniger ist mehr“.

12. Keine Priorisierung der Sicherheit – Die Sicherheit muss an erster Stelle stehen!

13. Notwendigkeit der Wearable Devices nicht erkennen – Führen Sie sich immer wieder die Situationen vor Augen, in denen die App verwendet wird: im Regelfall unterwegs. Oft kann der Benutzer nur einen kurzen Blick darauf werfen, wenn er sich auf dem Weg zwischen zwei Orten befindet.

14. Der Nutzer wird gezwungen, zu viele Informationen preiszugeben – Idealerweise sollte der User die App auch dann verwenden können, wenn er keine persönlichen Daten angeben möchte.

15. Optimieren Sie die Parameter des Standardmodus – Die Optimierung dieser Felder kann die Erfahrung des Users verbessern.