Pilotprojekt soll Digitalisierung der Landwirtschaft in Europa beschleunigen

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Ein von Vodafone Business geleitetes Pilotprojekt zielt darauf ab, die Digitalisierung der Landwirtschaft in Europa zu beschleunigen. Der Dienst „MyFarmWeb“ bietet Landwirten in Deutschland, Irland, Italien und Spanien eine mobile App. Enthalten ist auch eine Verbindung zu einer Cloud-Plattform. Dort können Daten, die von IoT-Sensoren und anderen Quellen auf dem Feld gesammelt wurden, gespeichert und visualisiert werden.

Diese Daten helfen bei Entscheidungen rund um Boden- und Pflanzenbewirtschaftung, effektive Wassernutzung und die genaue Anwendung von Düngemitteln und Pestiziden. All dies trägt dazu bei, die landwirtschaftliche Produktivität zu steigern, die Anbaumethoden zu optimieren und folglich auch die Treibhausgasemissionen zu verringern.

„MyFarmWeb ist ein großartiges Beispiel dafür, wie digitale Technologien und ein breiter Zugang zu Daten landwirtschaftlichen Betrieben helfen können, effizienter und umweltfreundlicher zu werden. Gemeinsam können wir die Bemühungen der Europäischen Union beschleunigen, den Agrarsektor moderner zu machen. Durch den Einsatz digitaler Werkzeuge lässt sich außerdem sicherstellen, dass die Nachhaltigkeit nicht die Rentabilität untergräbt“, sagt Vinod Kumar, CEO von Vodafone Business.

MyFarmWeb wird bereits von 7.200 Landwirten in den Vereinigten Staaten, Südafrika, Australien und Neuseeland genutzt. Die Anwendung ist Teil des Green Deal des Europäischen Klimapaktes. Ziel ist es, die Europäische Union in eine moderne, wettbewerbsfähige und ressourceneffiziente Wirtschaft umzuwandeln. Dabei soll außerdem sichergestellt werden, dass bis 2050 keine Netto-Treibhausgasemissionen entstehen.

Der IoT-Markt für die Landwirtschaft

Laut einem neuen Bericht von Meticulous Research wird erwartet, dass der IoT-Markt für die Landwirtschaft zwischen 2021 und 2028 mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 10,8 % ansteigt. Man schätzt, dass er sich bis zum Ende des Zeitraums auf 22,6 Milliarden US-Dollar summiert.

Das Hardwaresegment machte 2021 den größten Anteil des landwirtschaftlichen IoT-Marktes aus. Dieser Anteil wurde der schnellen Automatisierung landwirtschaftlicher Prozesse, der Senkung der Sensorpreise und der hohen Akzeptanz von Hardware zugeschrieben. Schwerpunktmäßig werden IoT-Lösungen in der Landwirtschaft zur Überwachung von Viehbeständen, für Kontrollsysteme, Geräten zur Futtermitteloptimierung und intelligente Gewächshausgeräte eingesetzt.

Branchen-Insider erwarten, dass das Segment Konnektivität und Dienstleistungen im Prognosezeitraum die höchste jährliche Wachstumsrate aufweisen wird. Kein Wunder: Skalierbarkeit, 24×7-Verfügbarkeit, Software-Integration und -Support werden auch in der Landwirtschaft immer wichtiger. Hohe Standards bei der Konnektivität gewährleisten, dass potenzielle Risiken proaktiv erkannt werden, was Ausfälle von IoT-Systemen verhindert.

Im Jahr 2021 machte die Präzisionslandwirtschaft mit zahlreichen Anwendungen den größten Anteil am IoT-Markt der Landwirtschaft aus. Analysten führen dies auf die wachsende Nachfrage nach der Automatisierung von landwirtschaftlichen Prozessen zurück. Womit sich der hohe Marktanteil ebenfalls erklären lässt, ist die hohe Akzeptanz von Hardware und Kontrollsystemen bei der Viehüberwachung. Aber auch umfangreiche staatliche Initiativen zur Einführung von Präzisionslandwirtschaftstechniken tragen dem Rechnung. Ein immer stärkerer Fokus liegt in der Landwirtschaft ebenfalls auf der Produktionssteigerung – was sich mit IoT-Lösungen durchaus erreichen lässt.

Präzisionslandwirtschaft

Die Präzisionslandwirtschaft ist ein wichtiger Anwendungsbereich des Internets der Dinge. Sie kann dazu beitragen, die Herausforderungen der Ernährungssicherheit zu bewältigen, mit denen die Welt derzeit konfrontiert ist. Die Überwachung der natürlichen Wetter- und Bodenbedingungen hilft den Landwirten, so schnell wie möglich auf Witterungsbedingungen zu reagieren. Dies ebnet den Weg für eine höhere Ernteeffizienz und mehr Produktivität. Vor der Einführung des IoT waren Vorhersagen und Maßnahmen weniger genau. Dank der Verfügbarkeit von Echtzeitdaten kann Präzision heute in landwirtschaftlichen Betrieben jeder Größe zu mehr Produktivität im Alltag beitragen.

Mit IoT-Lösungen und anderen Technologien kann die Landwirtschaft skalierbarer, nachhaltiger und präziser werden. Und wie? Es gibt eine Reihe von Maßnahmen, die Landwirte anvisieren können:

1. IoT und Sensoren auf dem Feld: Durch den Einsatz von Sensoren kann das Internet der Dinge die Erfassung, Kontrolle und Verteilung von landwirtschaftlichen Ressourcen vereinfachen und rationalisieren. In Verbindung mit Bilderkennungstechnologien können Landwirte ihre Pflanzen von jedem beliebigen Standort aus überwachen. Die von den Sensoren in Echtzeit erfassten Daten ermöglichen es, bei Bedarf Anpassungen vorzunehmen, um die Effizienz der Lebensmittelproduktion zu steigern.

2. IoT und Sensoren in Geräten: In ähnlicher Weise können Sensoren in landwirtschaftlichen Geräten die Wartung erleichtern. Das ist vor allem dann möglich, wenn sie sich auf GPS-Systeme stützen. Ein weiterer Vorteil: Unregelmäßigkeiten im Gelände und kartierte sowie dokumentierte Erntedaten tragen zu mehr Präzision bei.

3. Drohnen und Ernteüberwachung: Zur Bekämpfung von Dürre und anderen Umweltfaktoren können Drohnen zur Überwachung eingesetzt werden. So lassen sich beispielsweise der Wasserstand, der Gesundheitszustand der Pflanzen und andere relevante Eigenschaften überwachen, um Vorhersagen zu treffen und Krankheiten zu verhindern.

4. Überwachung des Viehbestands: Drohnen können auch zur Überwachung des Viehbestands auf der Weide eingesetzt werden. Mit solchen technischen Lösungen gelingt es, verirrte, verletzte oder kranke Tiere zu lokalisieren und die genaue Anzahl der Tiere z. B. mithilfe von Wärmesensoren zu ermitteln. All das ohne Stress für die Tiere.

5. Robotik: Roboter und künstliche Intelligenz können dazu beitragen, die Produktivität und die Erträge schneller zu steigern, indem sie beispielsweise den Einsatz von Agrochemikalien reduzieren und die Sprüh- und Unkrautbekämpfungsverfahren verbessern. Andere Anwendungen umfassen den Einsatz von Lasern und Kameras zur Identifizierung und Unkrautbekämpfung – ganz ohne menschliches Zutun.

6. RFID-Sensoren und -Verfolgung: Mit solchen Sensoren lassen sich landwirtschaftliche Erzeugnisse vom Ursprungsbetrieb bis zum Kauf verfolgen. Dies trägt zu mehr Transparenz, Verantwortlichkeit und Vertrauen in der gesamten Wertschöpfungskette bei.

7. Intelligente Landwirtschaft: Da die Weltbevölkerung wächst, ist die Gewährleistung der Ernährungssicherheit von entscheidender Bedeutung. IoT-Sensoren, die in intelligenten landwirtschaftlichen Prozessen eingesetzt werden, können helfen, die Ernteerträge zu überwachen und die Gesamtprozesse zu verbessern, um die Ernährung für alle sicherzustellen.

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