Deutsche Stadt investiert in Sensorik zur Verkehrssteuerung

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Die deutsche Stadt Rüsselsheim am Main nutzt eine intelligente Infrastrukturlösung, um den Lkw-Verkehr im Straßen-Netzwerk zu kontrollieren. Das smarte Konzept soll außerdem Staus, Luftverschmutzung und Lärmbelästigung verringern.

Das Projekt ist Teil der Initiative zur Digitalisierung der kommunalen Verkehrssysteme. In Rüsselsheim kommen dabei 16 Überwachungsstationen zum Einsatz, die auf der LIDAR-Sensortechnologie (Light Detection and Ranging) des Unternehmens Velodyne basieren und an stark befahrenen Straßen in Richtung Stadt installiert sind. Die Lösung entspricht den allgemeinen Datenschutzbestimmungen der Europäischen Union (GDPR): Datensicherheit wird hier gewährleistet, indem die Stationen nur nicht-personenbezogene Informationen von Fahrzeugen und Insassen erfassen.

„Dieses Verkehrsüberwachungssystem ist ein Pionierprojekt in Deutschland“, äußern sich die Verantwortlichen der Stadt Rüsselsheim am Main. Das digitale Monitoring macht es möglich, den Verkehr im Blick zu behalten, ohne polizeiliches Personal einsetzen zu müssen.

Rüsselsheim liegt zentral im Rhein-Main-Gebiet, dem zweitgrößten Ballungsraum Deutschlands. Die Stadt ist an viele Verkehrswege angebunden. Deshalb fahren täglich Hunderte von Lastwagen durch die Stadt und beeinträchtigen dadurch die Luftqualität. Um dieses Problem in den Griff zu bekommen, hat Rüsselsheim ein Fahrverbot für Lkw mit einem Gewicht von mehr als 7,5 Tonnen verhängt – es sei denn, der Ausgangs- oder Zielort liegt im Stadtgebiet.

„Rüsselsheim verfolgt einen innovativen Ansatz, um die Stadtbewohner vor Staus, Lärm und Abgasen zu schützen, die der Schwerlastverkehr verursacht“, sagt Laura Wrisley, Senior Vice President of Worldwide Sales bei Velodyne. „Wir glauben, dass Smart-City-Lösungen zu revolutionären Fortschritten im Bereich der kommunalen Verkehrssysteme und städtischen Nachhaltigkeitsinitiativen beitragen können.“

Das intelligente Infrastrukturkonzept von Velodyne kombiniert LIDAR-Sensoren und die Software für künstliche Intelligenz (KI) von Bluecity, um eine 3D-Karte von Straßen und Kreuzungen in Echtzeit zu erstellen. Die Karte liefert dann genaue Informationen über Fahrzeuge, Fußgänger und Radfahrer – Daten, die das ganze Jahr über bei allen Licht- und Wetterverhältnissen erfasst werden. Für dieses Projekt wird COM-IoT Technologies ein spezielles Bildvergleichsmodul für die intelligente Infrastrukturlösung bereitstellen.

Rüsselsheim beabsichtigt außerdem, Verkehrsüberwachungs- und -analysefunktionen zur Vorhersage, Diagnose und Lösung von Verkehrssicherheitsproblemen zu nutzen. Dadurch soll es möglich sein, fundierte Entscheidungen zu treffen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.

Andere Anwendungen

Ein intelligentes Verkehrsmanagement in städtischen Zentren, das die Anzahl der Autos zählen und Verkehrsgenehmigungen verwalten kann – das ist nur eine der vielen Anwendungen von IoT-Sensoren.

IoT-Systeme können auch eingesetzt werden, um z. B. Ampeln intelligenter zu machen. Ausgestattet mit Sensoren, die Daten in Echtzeit sammeln, können sie zur Verringerung von Verkehrsstaus beitragen. Dabei überwacht die Software stark befahrene Kreuzungen und ist in der Lage, alternative Routen vorzuschlagen. Außerdem ist es möglich, IoT-Sensoren mit Funktionen zur Bewertung der Wetterbedingungen auszustatten. Damit lassen sich die Helligkeit und Intensität der Signalleuchten anpassen, was die Sichtbarkeit der Ampeln verbessert und gleichzeitig Energie spart.

Eine weitere Anwendung des intelligenten IoT-Verkehrsmanagements ist die Unfallverhütung. Zum einen haben IoT-Systeme die Fähigkeit, sofort mit Notdiensten und Verkehrsbehörden zu kommunizieren. Außerdem können sie die Fahrer vor verschiedenen Verkehrsbedingungen warnen, wie beispielsweise Unfällen, Baustellen oder Schlaglöchern. Parkplätze sind ein weiterer Bereich, in dem intelligente Lösungen für das städtische Verkehrsmanagement nützlich wären. Sie gelten als eines der schwerwiegendsten Probleme, mit denen die kommunalen Verkehrsüberwachungsteams konfrontiert sind – denn in Regionen mit Parkplatzmangel gibt es auch viele Staus. IoT-Sensoren sind in der Lage, Daten über freie Parkplätze zu sammeln und die Fahrer auf diese hinzuweisen, um unnötige Fahrten auf der Suche nach einem Parkplatz zu vermeiden.

Erwartungen nach soll sich der Weltmarkt für intelligente Verkehrsmanagementsysteme zwischen 2021 und 2031 mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 6,7 % erheblich vergrößern. Dabei rechnet man damit, dass der Markt für diese Systeme bis zum Ende des Zeitraums einen Wert von 34 Milliarden US-Dollar erreichen wird.

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