IoT-Entwickler: Die Landwirtschaft im steht Fokus

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Herausforderungen, Bedenken, Interessen: Wenn es um IoT und Edge Computing geht, haben besonders Entwickler viel zu sagen. Die Eclipse Foundation hat nun in ihrem IoT & Edge Developer Survey Report 2022 versucht, den Antworten auf den Grund zu gehen. Als NGO wurde die Eclipse Foundation ursprünglich im November 2001 von IBM gegründet. Heute vereint sie Millionen von Entwicklern aus dem Open-Source-Bereich mit Blick auf Zusammenarbeit und Innovation. Im Rahmen der achten Auflage der Studie wurden weltweit 910 Entwickler, Architekten und Entscheidungsträger aus einer Vielzahl von Branchen und Organisationen befragt.

Eines der wichtigsten Ergebnisse der Umfrage: Die Landwirtschaft ist der Sektor, der die meiste Aufmerksamkeit bekommt (23 Prozent im Vergleich zu 26 Prozent im Jahr 2021). Damit liegt sie bei der Einführung des industriellen Internets der Dinge (IIoT) und Edge-Computing-Technologien sogar um ein Prozent vor der Industrieautomatisierung (22 Prozent, ein leichter Rückgang im Vergleich zu 2021).

Im Gegensatz dazu blieben der Bildungssektor genauso wie die Gebäudeautomation im Vergleich zu 2021 unverändert bei 17 Prozent. Beide Bereiche wurden zwar durch die Verschiebung der Prioritäten aufgrund der COVID-19-Pandemie beeinträchtigt, zeigen aber eine konsequente Reaktion. Für die kommenden Jahre wird deshalb auch hier ein leichtes Wachstum prognostiziert.

Grafik zur Veranschaulichung der Studienergebnisse aus dem IoT & Edge Developer Survey Report 2022
Quelle: Eclipse Foundation

Obwohl die Automobilindustrie nur den dritten Platz belegt, gibt es in diesem Segment ebenfalls bedeutende und vielversprechende Fortschritte. Das Energiemanagement und Smart Cities liegen außerdem mit 17 Prozent gleichauf, sind jedoch um 3 Prozent bzw. 5 Prozent zum Vorjahr 2021 gesunken.

Weitere Studienergebnisse

Im Bereich IoT und Edge Computing stellt Konnektivität nach wie vor das Hauptanliegen der Entwickler dar. Denn die Zahl der Erwähnungen ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen (47 Prozent gegenüber 38 Prozent). Laut der Studie unterstreicht das vor allem den Mangel an Rechenleistung zur Gewährleistung einer wirksamen integrierten Sicherheit. Außerdem haben sich die Sicherheitsquoten im Vergleich zum letzten Jahr fast halbiert – und rangieren nun an zweiter Stelle der größten Probleme, direkt nach der Datenerfassung und -analyse.

Interessanterweise sind die Bedenken der Entwickler in Bezug auf die Komplexität der Bereitstellung und Integration im Vergleich zum letzten Jahr deutlich zurückgegangen (von 31 Prozent im Jahr 2021 auf 20 Prozent im Jahr 2022). Das deutet darauf hin, dass weniger Lösungen über die PoC-Phase hinausgehen. Die Entwickler konzentrieren sich also stärker auf eine erfolgreiche Implementierung, um ein besseres Gesamterlebnis für die Nutzer zu gewährleisten, so die Studie.

Grafik zu den Bedenken der Entwickler im Hinblick auf die neuesten Ereignisse in den Bereichen IoT und Edge Computing.
Quelle: Eclipse Foundation

Der Rückgang der Besorgnis über die der Integrationskomplexität lässt sich dadurch erklären, dass die Entwickler diese durch den zunehmenden Einsatz ergänzender Technologien und Systeme geringer einschätzen.

Alle Arten von Edge-Computing-Workloads haben im Vergleich zu den Ergebnissen von 2021 zugenommen – wobei künstliche Intelligenz weiterhin am häufigsten für Gateways und Edge Nodes verwendet wird. Darüber hinaus runden Steuerlogik und Datenaustausch zwischen mehreren Knoten sowie die Datenanalyse die vier wichtigsten Aufgaben im Edge Computing ab.

Linux ist das am häufigsten verwendete Betriebssystem auf eingeschränkten Geräten (43 Prozent) sowie für IoT-Gateways und Edge-Knoten (51 Prozent). Außerdem hat sich herauskristallisiert, dass 64-Bit-ARM-Architekturen bei Gateway-Anbietern und Edge-Knoten auf dem Vormarsch sind.

Die wichtigsten Verbindungstechnologien sind hingegen WiFi (36 Prozent), Ethernet (29 Prozent), Mobilfunk (LTE, 4G, 5G usw., 22 Prozent) und Bluetooth/Bluetooth Smart (20 Prozent).

Schaubild, das die meistgenutzten Verbindungstechnologien zeigt.
Quelle: Eclipse Foundation

Wenn es um Programmiersprachen geht, dominieren die Favoriten aus der IT-Welt auch den IoT- und Edge-Bereich. Besonders beliebt ist Java, für das sich 47 Prozent der Befragten bei eingeschränkten Geräten entschieden haben. Und auch bei den Programmiersprachen für IoT-Gateways und Edge-Knoten dominiert Java: 42 Prozent der Befragten nutzen die Sprache in diesen Bereichen.

Obwohl der Trend zur Fragmentierung zu gehen scheint, ist MQTT nach wie vor das am weitesten verbreitete IIoT-Kommunikationsprotokoll. HTTP/HTTPS und REST weisen im Vergleich zu 2021 einen leichten Rückgang bei der Nutzung im IIoT auf. Kommunikationsprotokolle wie TCP/IP, AMQP sowie interne und proprietäre Versionen verzeichnen dagegen ein bemerkenswertes Wachstum.

Auch in den öffentlichen Clouds steigt die Fragmentierung – und stellt so die drei größten Anbieter vor Herausforderungen. Denn trotz ihrer Dominanz haben Amazon AWS (36 Prozent, -8 Prozent im Jahr 2022), Microsoft Azure (18 Prozent, -11 Prozent im Jahr 2022) und Google Cloud Platform (16 Prozent, -4 Prozent im Jahr 2022) in einer wachsenden Wettbewerbslandschaft an Boden verloren.

Der Markt für Middleware im IoT ist noch jung: Die drei wichtigsten Optionen, die in der Studie genannt wurden, waren AWS IoT (32 Prozent), Microsoft Azure IoT (22 Prozent) und Google Cloud IoT Platform (17 Prozent). Da Google jedoch verkündete, sich aus diesem Bereich zurückzuziehen, könnte es zu einer weiteren Diversifizierung des Marktes kommen.

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