Machen Sie 2023 zum Jahr der Automatisierung

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Das Jahr 2023 stellt Chief Information Officers (CIOs) vor neue Herausforderungen: Denn wie immer gilt es, viele Dinge gleichzeitig managen. Sie müssen nicht nur den Geschäftsgedanken verstehen und verfolgen, sondern sind auch verantwortlich für die Steigerung der Produktivität und Wertschöpfung. Gleichzeitig halten sie ein hohes Sicherheitsniveau aufrecht und übernehmen Leitungssaufgaben in der Organisation. 2023 bleibt der Druck hoch – sowohl im Hinblick auf die traditionell wichtige Kostensenkung als auch auf schlankere, schnellere und bessere IT.

In einigen Fällen lassen sich diese Gewinne einfach realisieren: Denn die Kosten sind in den letzten Jahren vielerorts unnötig aus dem Ruder gelaufen und dementsprechend relativ leicht zu senken. Ein typisches Beispiel stellt die Migration in die Cloud ohne angemessenes Kostenmanagement dar. Im dieser „Verschwendungswirtschaft“ entgegenzuwirken, sollten CIOs ihr Hauptaugenmerk besonders auf die Automatisierung legen.

Denn jede IT-Aufgabe lässt sich auf irgendeine Weise automatisieren. Ob bei der Netzwerkautomatisierung oder der Infrastruktur- und Cloud-Bereitstellung: Automatisierungs-Technik kann so gut wie überall integriert und angewendet werden. Gartner prognostiziert beispielsweise, dass 70 % der Unternehmen bis 2025 die kontinuierliche Anwendungsbereitstellung mit einer fortlaufenden Infrastrukturautomatisierung ergänzen werden – und die geschäftliche Agilität somit zu verbessern.

Eine wichtige Säule der IT-Automatisierung ist eine gute Überwachung. Und selbst diese lässt sich automatisieren. Das erleichtert nicht nur die Arbeit, sondern macht auch Überwachungsroutinen zuverlässiger. Ebenfalls von Vorteil: Die Automatisierung der Überwachung einer IT-Infrastruktur rentiert sich schnell und ist leicht zu rechtfertigen.

So hat beispielsweise der Ausfall eines Rechenzentrums finanzielle Auswirkungen, die für jeden sichtbar sind. Um Probleme in Rechenzentren frühzeitig zu erkennen und Ausfallzeiten zu vermeiden, ist eine „vorausschauende Wartung“ wichtiger denn je. Am effektivsten ist es, wenn alle Komponenten der Rechenzentrumsinfrastruktur automatisiert und überwacht werden. Neben der Überwachung von IT-Komponenten und Netzwerken gewinnt heute außerdem auch das Monitoring der Umgebungsparameter im Rechenzentrum an Bedeutung.

Auch hier gilt: Vorsicht ist besser als Nachsicht. Deshalb sollten alle Elemente der IT-Infrastruktur sichtbar sein und automatisch verwaltet werden, um Komplikationen erst gar nicht entstehen zu lassen. Aus diesem Grund setzen immer mehr Unternehmen auf künstliche Intelligenz, die Leistungsprobleme frühzeitig mithilfe automatisierter Korrekturmechanismen behebt, bevor es zu negativen Auswirkungen kommt.

Ein gutes Beispiel ist AIOps (Artificial Intelligence for IT Operations): Bei ordnungsgemäßer Implementierung durch ein geschultes Team erfordern Routinewarnungen dank AIOps weitaus weniger Zeit und Aufmerksamkeit von den IT-Mitarbeitern. Diese Technologie, die sich noch in der Entwicklung befindet, wendet künstliche Intelligenz auf den IT-Betrieb an. Sie soll bei der intelligenten Verwaltung von Infrastruktur, Netzwerken und Anwendungen im Hinblick auf Leistung, Belastbarkeit, Kapazität, Betriebszeit und teilweise auch bei der Sicherheit unterstützen. Durch die Umstellung von herkömmlichen schwellenwertbasierten Warnmeldungen und manuellen Prozessen auf Systeme mit KI und ML (Machine Learning) können Unternehmen mit AIOps ihre IT-Ressourcen besser überwachen – und proaktive Maßnahmen ergreifen. So lassen sich kritische Vorfälle sowie deren schädliche Konsequenzen vermeiden, bevor sie überhaupt auftreten.

Kurz gesagt: Mit der automatisierten Überwachung können Unternehmen Probleme rechtzeitig erkennen und Störungen im Ablauf durch die Vorhersage von Zwischenfällen verhindern. Durch die Automatisierung sparen sie nicht nur wertvolle Zeit bei der Behebung von Vorfällen, sondern setzen so auch Ressourcen für strategische Aufgaben frei. Repetitive, manuelle Aufgaben lassen sich so mithilfe einer automatisierten Problemanalyse und der Anpassung der Infrastruktur ersetzen. AIOps optimiert also die Gesamtkapazität des IT-Teams, erhöht den Durchsatz und senkt die Kosten.

Viele Tools zur Netzwerk- und Anwendungsüberwachung (APM) haben bereits damit begonnen, AIOps-Funktionen zu integrieren. Bei der Verwaltung der Infrastruktur von Rechenzentren hat die Technologie jedoch keine nennenswerten Fortschritte gemacht. Dies lässt sich auf verschiedene Ursachen zurückführen: IBM-Forscher Wei Dong sieht insbesondere die relativ geringe Größe des Marktes und das häufige Fehlen von AIOps-Funktionen bei DCIM-Anbietern in der Verantwortung. Im Juli 2022 veröffentlichte der Wissenschaftler ein Paper, in dem er eine praktikable modulare AIOps-Architektur für die Überwachung der Infrastrukturen von Rechenzentren vorschlägt. Der Artikel dient auch als nützliches Nachschlagewerk für die Vorgehensweise bei der Implementierung von Algorithmen des maschinellen Lernens in Überwachungssysteme für Rechenzentren.

Eine weitere Säule der Automatisierung sind zuverlässige Daten – denn eine Moderne IT braucht valide Leistungsindikatoren. Je relevanter, zuverlässiger und segmentierter sie sind, desto bessere Entscheidungsgrundlagen hat das IT-Team für die Verfolgung der gesteckten Marktziele. Doch wie lässt hier eine Automatisierung vornehmen? Sie unterstützt beim schnellen Abgleich von Daten sowie der Erstellung präziser Berichte. Außerdem unterstützen sie bei Korrekturen und schrittweisen Optimierungen ohne menschliches Eingreifen. Darüber hinaus zeigt sie Chancen sowie Hindernisse für die Steigerung der Zufriedenheit und Leistung im Inneren und Äußeren auf. Schließlich erwarten Verbraucher, Arbeitnehmer und Investoren immer häufiger, dass Unternehmen flexibel sind und neue Dienstleistungen bzw. Fähigkeiten einführen können, wenn der Markt dies erfordert.

Die Möglichkeiten der Automatisierung erreichen für die IT einen kritischen Punkt: Sie muss sich von der vertrauten und oft als selbstverständlich angesehenen Aufgabe, „die Show am Laufen zu halten“, lösen und sich zu einem echten Motor des Wandels weiterentwickeln. Da die digitale Transformation immer schneller voranschreitet, gilt die Automatisierung als entscheidender Faktor für die Schaffung und Aufrechterhaltung von wirtschaftlichen Werten. Geschäftsprobleme werden sich dementsprechend nicht mehr auf herkömmliche Weise lösen lassen. Stattdessen definiert sich Erfolg dadurch, wie schnell die IT die Nase vorn hat und einen geschäftlichen Mehrwert schafft.

Das geht auch aus der Resolve-Studie „State of IT Automation Report“ hervor: Im Rahmen der Studie sollten Führungskräfte ein Ranking der verschiedenen Management-Aufgaben nach deren Bedeutung im Geschäftsjahr 2022 aufstellen. 45 % der Befragten betrachteten das IT-Betriebsmanagement als oberste Priorität. Dabei lag der Cloud-Betrieb knapp hinter der Integration mit anderen Tools (43 %) und dem IT-Service-Management (34 %). Fast die Hälfte (47 %) der Befragten gab an, dass in ihrem Cloud-Betrieb aktive Automatisierungsprojekte laufen. 29 % der Befragten erklärten zudem, dass eine stärkere Automatisierung in diesem Jahr äußerst wichtig – ja sogar entscheidend – sei. Für weitere 42 % ist die Automatisierung fast unerlässlich.

Infografik mit den wichtigsten Ergebnissen des State of IT Automation Report
Quelle: Resolve

Wo auch immer Sie in der IT tätig sind – die Automatisierung des IT-Betriebs und der IT-Infrastruktur wird ein Hebel für Veränderungen sein. Sie schafft neue Möglichkeiten, fördert den Erfolg im Wettbewerb und treibt Innovationen an.

2023 wird Automatisierung daher ein wichtiger Qualifikationsbereich für CIOs sein.

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