IoT-Markt für Kühlkettenlösungen: 1,2 Milliarden Euro bis 2026

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Die IoT-Kühlketten heizen sich auf. Das liegt jedoch nicht etwa an Fehlfunktionen, sondern an der hohen Wachstumsgeschwindigkeit dieser Branche. Laut Berg Insight, ein auf das Internet der Dinge (IoT) spezialisiertes Forschungsunternehmen, gab es bereits im Jahr 2021 weltweit 4,1 Millionen Überwachungsgeräte für Fracht und Kühltransporteinheiten. Darunter sind Kühlgut- und Frachtcontainer, Anhänger, Eisenbahnwaggons, Kisten und Paletten. Demzufolge wird 2026, bei einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 17,4 %, mit 9,2 Millionen Überwachungsgeräten gerechnet.

Die Branche für Verfolgung von Fracht und Kühlcontainern erreichte 2021 etwa 720 Millionen Euro Gesamtumsatz. Der größte Anteil ist dabei mit 49,3 % auf Software und Dienstleistungen zurückzuführen, während sich der Rest auf Hardware verteilt. Mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 11,4 % wird der Gesamtwert der Branche bis 2026 voraussichtlich 1,2 Milliarden Euro erreichen.

Säulendiagramm zur weltweiten Entwicklung der aktiven Überwachungsgeräte für Fracht und Kühltransporteinheiten.
Quelle: Berg Insight

Unter Kühlketten versteht man den Transport von verderblichen Lebensmitteln, Arzneimitteln, Chemikalien und Elektronik. Diese reagieren in der Regel empfindlich auf Temperaturschwankungen und äußere Einflüsse, wie Erschütterungen und Kippbewegungen. Demzufolge müssen genannte Güter während der gesamten Lieferkette in einer temperaturkontrollierten Umgebung gelagert werden: einer Kühlkette. Laut Studie beläuft sich die weltweite Flotte von Kühlfrachtern und Schiffscontainern auf mehr als 4 Millionen Einheiten. Die Zahl der weltweit eingesetzten temperaturregulierten Eisenbahngüterwaggons und ULDs (Unit Load Device) geht in die Zehntausende.

Zur Verfolgung und Überwachung der Kühlketten werden Lösungen zur Übermittlung der Echtzeitdaten zum allgemeinen Zustand und dem Standort der Fracht verwendet. Die Ortungsgeräte zur Lokalisierung der Fracht oder von einzelnen Transporteinheiten können temporär oder auch dauerhaft installiert werden. Auf dem Markt gibt es mittlerweile Geräte mit verschiedenen Formfaktoren und Technologien, um den unterschiedlichen Anforderungen gerecht zu werden.

Berg Insight schätzt, dass bis 2021 weltweit 2,4 Millionen Fernverfolgungssysteme mit Kommunikationsmöglichkeiten über Mobilfunk- oder Satellitennetze für Kühlgut- und Frachtcontainer ausgeliefert werden. Bei einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 16,2 % wird diese Zahl bis 2026 voraussichtlich soagr 5,1 Millionen erreichen.

„Die Logistikbranche befindet sich in einem großen Wandel, der durch Liefer-Probleme nach der COVID-19-Pandemie beschleunigt wurde. Jetzt investiert die Branche vermehrt in digitale Lösungen, um die Transparenz und Sicherheit zu verbessern. Kühlkettenverfolgungslösungen bieten sowohl Versendern als auch Lieferanten einen erheblichen Mehrwert, da sie über den Standort und den Zustand der Fracht in Echtzeit informiert werden“, sagt Martin Backman, Senior Analyst bei Berg Insight.

Dem Geschäftsführer zufolge ist das Fehlen aktueller und relevanter Daten einer der Hauptgründe für beschädigte Fracht. Dies kann zu großen Verlusten führen, da die über Kühlketten transportierten Produkte meistens von hohem Wert sind. „Das Jahr 2021 war für den Sektor der Rückverfolgbarkeit von Kühlketten spektakulär und die Zukunft sieht sogar noch besser aus. Die Branche ist endlich bereit, in Technologie zu investieren”, schließt er ab.

Technik reicht nicht aus, es muss auch nachhaltig sein

Darüber hinaus erkennen die Kühlkettenbetreiber nun, dass es nicht ausreicht technologisch auf dem neuesten Stand zu sein. Auch die Nachhaltigkeit muss von den Betrieben berücksichtigt werden, z. B. durch Energieverbrauchsziele und Arbeitsweisen mit maximaler Effizienz.

Der Anbieter von temperaturgeführten Dienstleistungen United States Cold Storage (USCS) erklärte kürzlich, dass Nachhaltigkeit durch „modernste Lagerdesigns und -bauweise, den Einsatz umweltfreundlicher Kältetechnologien und die Verwendung energieeffizienter Materialien und Technik” erreicht wird.

Das Unternehmen hat sich dabei zum Ziel gesetzt, seinen ökologischen Fußabdruck innerhalb eines Jahres um 1,5 % zu reduzieren. So hat USCS bereits in den vergangenen fünf Jahren, zumindest nach eigenen Angaben, seine Treibhausgasemissionen um 12 % gesenkt, obwohl es seine Lagerkapazität um 31 % erhöht hat.

Letztes Jahr wurde ein weiteres Unternehmen, Americold, für seine temperaturgeregelte Lagerung und den Transport, von der Global Cold Chain Alliance (GCCA), für die hervorragenden Energiewerte von 203 seiner Einrichtungen, ausgezeichnet. Die GCCA führt ein Programm zur Motivation der Kühlhausbetreiber, eine „Kultur der Energieeinsparung” zu etablieren und zu verbessern. Nach eigenen Angaben des Instituts ist der Energieverbrauch in den Lagerhäusern der zweithöchste in der Kühlbranche, gleich nach dem Arbeitsaufwand.

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