Gesundheitswesen leidet unter mangelnder Systemintegration

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Wenn es um Technologie geht, herrscht eine Art Paradoxon im Gesundheitswesen. Zu diesem Ergebnis ist eine Umfrage gekommen, die unter 1300 Befragten aus den Vereinigten Staaten, Kanada, Mexiko, Großbritannien, Deutschland, Schweden, Frankreich und Australien durchgeführt wurde. Ziel der Studie war es, digitale Lücken und die Prioritäten für Technologieinvestitionen im Gesundheitswesen zu ermitteln. Laut dem für die Untersuchung verantwortlichen Unternehmen SOTI wünschen sich die Unternehmen im Gesundheitssektor mehr Technologie. Doch die fehlende Innovation sowie Integration digitaler Systeme mit ihren Ausfallzeiten und Sicherheitsbedenken führen gleichzeitig auch zur Frustration. Allerdings wird auch davon ausgegangen, dass sich kurzfristige Hindernisse durch eine verstärkte Fernüberwachung überwinden lassen.

Nahezu alle Kliniken (98 %) haben Funktionen implementiert, die medizinische Geräte oder Telemedizinsysteme nutzen, die auf dem Internet der Dinge basieren. Die meisten digitalisierten Dienste wurden dabei bereits vor der Pandemie eingeführt. Es lässt sich jedoch nicht leugnen, dass das Coronavirus die Einführung dieser Lösungen beschleunigt hat. Denn seit COVID-19 ist diese von 35 % auf fast 64 % angestiegen.

Außerdem gaben fast zwei Drittel (60 %) der IT-Fachleute im Gesundheitswesen an, dass es in ihren Organisationen bei der Verwendung von IoT- oder Telemedizin-Geräten zu Ausfallzeiten kam. Dies führte demnach letztlich zur Verzögerung bei der Patientenversorgung. Demnach sahen sich mehr als neun von zehn (92 %) der Befragten mit mindestens einem Problem konfrontiert. Weitere 58 % sagten auch, dass die Systeme nicht effektiv integriert waren, während 52 % häufig technische Probleme feststellten.

Im Durchschnitt führten diese technischen Schwierigkeiten dazu, dass jeder Mitarbeiter etwa 3,5 Stunden pro Woche an Produktivitätszeit verlor. Das heißt, dass 36 % zwischen drei und fünf Stunden Ausfallzeit in Kauf nehmen mussten.

Fast Dreiviertel (73 %) der IT-Abteilungen im Gesundheitswesen gaben an, ihre jährlichen Technologieinvestitionen seit 2020 erhöht zu haben. Doch wohin fließen diese Budgets? Laut der Studie sind 75 % der Fachleute der Meinung, eine bessere Vernetzung medizinischer Geräte würde große Vorteile mit sich bringen. Für weitere 72 % stellt der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Pflege eine Chance für das medizinische Personal dar, mehr Patienten behandeln zu können, während für 94 % digitale Patientenakten eine Option sind, um Zeit zu sparen und den Datenaustausch zu verbessern. Denn schon jetzt sind 76 % der Meinung, die digitale Aktenführung erhöhe die Datensicherheit und verringere die Gefahr von Datenschutzverletzungen.

„Der Umfang des Geräteeinsatzes im Gesundheitswesen ist zwar ein Indikator für die digitale Reife, doch die Verbesserung der Ergebnisse der Fernüberwachung und der digitalen Aktenführung sollte ein Schwerpunkt der kontinuierlichen Verbesserung sein“, so Shash Anand. Er ist Vice President of Product Strategy bei SOTI, dem Unternehmen, das die Umfrage im Gesundheitswesen durchführte.

Sicherheitsbedenken

Neben den Problemen der Interkonnektivität und den Schwierigkeiten durch Ausfallzeiten gibt es noch mehr zu befürchten, denn seit dem Jahr 2020 haben bereits 70 % der Organisationen Datenschutzverletzungen erfahren. Durch die Einführung von immer mehr Technologien und der Notwendigkeit eines höheren Integrationsgrads sagen IT-Experten zudem mehr Schwachstellen im Gesundheitswesen voraus.

Fast ein Viertel (24 %) ist der Meinung, dass IT-Teams zu viel Zeit in kleine Probleme wie die Reparatur von Druckern investieren würden, anstatt sich wichtigeren Problemen zu widmen. Ferner sind weitere (13 %) der Ansicht, dass es an finanziellen Mitteln fehle. Nur so könnten Probleme im Zusammenhang mit alten Technologien gelöst werden.

Nichtsdestotrotz gibt es auch Hoffnung: Denn die Probleme im Zusammenhang mit Ausfallzeiten und Sicherheit, die auf eine unzureichende Integration neuer technologischer Ressourcen zurückzuführen sind, können durch die Technologie selbst gelöst werden. „Die Digitalisierung von Prozessen und Dienstleistungen in der Patientenversorgung schreitet weltweit voran. Dadurch wird das Leben für das Personal einfacher und die Daten sicherer und leichter zugänglich. Um jedoch die Behandlungen zu verbessern und Verzögerungen bei der Versorgung aufgrund von Geräteausfällen zu vermeiden, muss sichergestellt werden, dass eine fortschrittliche Lösung für diagnostische Intelligenz vorhanden ist. Nur so können Geräte aus der Ferne unterstützt und Einblicke in die Leistungsstufen aller Geräte erhalten werden“, schließt Anand.

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