Smarte Gebäudelösungen sollen Milliarden-Umsatz machen

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Ein Blick auf das Jahr 2023 und die kommende Zeit zeigt: Neue Anwendungsfelder für Technologien werden Gebäude immer intelligenter machen. Laut einer Studie von Fortune Business Insights sind vor allem drei Faktoren dafür verantwortlich, dass die Nachfrage nach intelligenten Gebäudelösungen ansteigt: die großflächige Einführung von Lösungen des Internet der Dinge (IoT), die Fortschritte im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) sowie die weltweit strengeren Vorschriften von staatlicher Seite. Letztere beruhen besonders auf der Besorgnis über hohe Energie-, Umwelt- und Nachhaltigkeitskosten. Prognosen zufolge soll der Markt bis zum Jahr 2029 einen Wert von 328,6 Milliarden US-Dollar erreichen – mit einer durchschnittlichen Wachstumsrate von 22,2 % zwischen 2021 und 2029.

In Regionen wie den Vereinigten Staaten und Europa setzen Aufsichtsbehörden die Gebäudeeigentümer unter Druck: Sie sollen den Energieverbrauch und die Treibhausgasemissionen ihrer Einrichtungen reduzieren. Die Folge ist ein neuer Elektrifizierungstrend namens „Electrify Everything“, der kürzlich zum Verbot neuer Erdgasinstallationen für die Raumheizung und die Warmwasserversorgung geführt hat.

„Ein vollständig elektrisch betriebenes Gebäude erfordert einen umsetzbaren Nachhaltigkeitsplan und eine intelligente Überwachungsstrategie. Weiterhin sind auch kreatives Denken, Investitionen in Technologien und ganzheitliche Anstrengungen notwendig. Diese Veränderungen können ungeheuer teuer erscheinen: Es gibt jedoch praktikable Lösungen, um die Betriebskosten erheblich zu senken und die Kohlenstoffemissionen zu reduzieren“, so Udaya Shrivastava, Vice President und Chief Technology Officer bei Honeywell – einem Anbieter von Gebäudesteuerungstechnologien.

Erst vor kurzem stellte Honeywell seine Prognose für Trends vor, die dazu beitragen werden, Gebäude nachhaltiger und sicherer zu gestalten. Zudem sollen sich die Häuser auf den Komfort und die Bedürfnisse der Bewohner konzentrieren. Um das zu erreichen, sind laut Honeywell Investitionen in die Cybersicherheit unerlässlich. Ein Beispiel: Das Internet der Dinge verbindet Systeme der Betriebstechnologie (OT) und der Informationstechnologie (IT), wodurch sich Angriffsflächen für die immer häufigeren und zielgenaueren Cyberattacken vergrößern. Der Einsatz von KI macht somit auch eine Verbesserung der Cybersicherheitsressourcen dringend notwendig – das gilt auch für die Automatisierung von Gebäudesteuerungssystemen in einem Szenario, in dem es an spezialisierten Fachkräften mangelt.

Darüber hinaus müssen Gebäude intensiver mit Automatisierung arbeiten, um Energieeffizienz- und Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Dabei können sich Gebäudemanagementsysteme auf KI- und ML-Tools stützen, um den Betrieb zu automatisieren und zu optimieren. Weiterhin lassen sich so Verschwendungsszenarien erkennen sowie das beste Gleichgewicht zwischen der aktuellen Gebäudebelegung, den Wetterbedingungen und den Versorgungspreisen herstellen.

„Es ist für Gebäudeeigentümer unumgänglich geworden, Änderungen vorzunehmen, um die Auswirkungen auf die Kohlenstoffemissionen zu überwachen. Dazu brauchen sie bessere Daten über die Vorgänge“, sagt Manish Sharma, Vice President und General Manager für nachhaltige Gebäude bei Honeywell.

Unter Betrachtung der Gebäude im größeren Kontext von Städten weist Honeywell auf die Notwendigkeit hin, die Widerstandsfähigkeit der Energieversorgung angesichts der extremsten und häufigsten klimatischen Ereignisse zu entwickeln. Gemeinden müssen Lösungen installieren, um besser auf Stromausfälle reagieren zu können – insbesondere wenn diese kritische Infrastrukturen wie Krankenhäuser und Verkehrsleitsysteme betreffen. Mikronetze und Batteriespeichersysteme mit adaptiven Echtzeit-Steuerungsstrategien werden Städten und Gemeinden dabei helfen, während und nach Katastrophen weiterhin wichtige Dienstleistungen zu erbringen.

Warum smarte Gebäude wichtig sind

In einer Welt, die sich zunehmend mit Fragen der Nachhaltigkeit befasst, sind Gebäude sowohl in der Bau- als auch in der Betriebsphase ein wichtiges Puzzlestück. Betrachtet man die Gesamtheit der weltweiten CO2-Emissionen, werden 40 % durch Bauwerke verursacht, wobei 27 % auf den Betrieb entfallen. Im Vergleich dazu hängen weitere 13 % mit Baumaterialien und Infrastruktur zusammen (gemeinhin als „Embodied Carbon“ bezeichnet).

Kreisdiagramm zu den jährlichen CO2-Emissionen verschiedener Architektur-Sektoren weltweit

In der Dekarbonisierung von Gebäuden liegt ein enormes Potenzial. Laut McKinsey ist die Immobilienbranche bestrebt, ihre Anlagen zu CO2-neutral zu machen und neue Wertquellen zu schaffen – vor allem durch eine Steigerung der Energieeffizienz sowie das Ersetzen von Heizsystemen auf Basis fossiler Brennstoffe durch emissionsarme Lösungen. So wird erwartet, dass die durchschnittlichen Ausgaben für Sachanlagen zwischen 2020 und 2050 jährlich 1,7 Billionen US-Dollar erreichen. Darüber hinaus könnte die Dekarbonisierung von Gebäuden bis 2050 rund eine halbe Million direkter Arbeitsplätze schaffen.

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