Haben Sie schon vom IoMT gehört?

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Immer häufiger hört man von IoMT (Internet der medizinischen Dinge), aber welches Marktpotenzial steckt hinter diesem Begriff? Kurz gesagt ist das IoMT die Gesamtheit der technologischen Geräte, mit denen medizinische Daten über das Internet gesammelt, gesendet und analysiert werden. Dabei handelt es sich beispielsweise um Fernüberwachungssysteme, chirurgische Robotik oder andere an Betten angeschlossene Geräte, welche die Patientenversorgung und die Effizienz der Gesundheitsteams verbessern sollen.

Das Aufkommen des IoMT wurde durch „eine steigende Anzahl verbundener medizinischer Geräte vorangetrieben, die in der Lage sind, medizinische Daten oder Bilder zu generieren, zu sammeln, zu analysieren oder zu übertragen. Sie können sich auch mit Netzwerken von Gesundheitsdienstleistern verbinden und Daten an ein Repository in der Cloud oder auf internen Servern übertragen.“, so ein Bericht von Deloitte.

Diese technologische Infrastruktur hat das Potenzial, genauere Diagnosen zu liefern, die Häufigkeit medizinischer Fehler zu verringern und die Kosten für Gesundheitsleistungen zu senken. Um diese Chancen zu nutzen, werden laut einer Studie von Juniper Research bis 2026 weltweit 7,4 Millionen vernetzte IoMT-Geräte in Krankenhäusern eingesetzt, was mehr als 3.850 intelligenten Geräte pro Krankenhaus und einem Gesamtwachstum von 231 % im Vergleich zu 2021 entspricht. „Intelligente Krankenhaustechnologien erzeugen riesige Datenmengen. Das bedeutet, dass die von den Netzbetreibern bereitgestellten Edge-Computing-Funktionen für den Erfolg von IoMT-Systemen entscheidend sein werden.“, erklärt Adam Wears, Research Analyst bei Juniper Research.

Der Markt für intelligente Krankenhäuser wird– gegenüber 29 Mrd. USD im Jahr 2021 – bis 2026 einen Wert von 59 Mrd. USD haben, was einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 15 % entspricht. Die USA und China sind weltweit führend bei der Einführung intelligenter Krankenhäuser und rechnen bis 2021 mit einem Marktwert von 17 Mrd. USD. Das ist das Ergebnis von Initiativen im Bereich der digitalen Gesundheit, die vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie durchgeführt wurden und einen hohen Digitalisierungsgrad der jeweiligen Gesundheitsinfrastrukturen aufweisen. Bis 2026 werden über 60 % der weltweiten Ausgaben für intelligente Krankenhäuser auf diese Branche entfallen.

Die Studie zeigt auch, dass intelligente Krankenhäuser in den Vereinigten Staaten und China die weltweite Verbreitung von IoMT-Geräten anführen und bis 2026 21 % bzw. 41 % der angeschlossenen Geräte ausmachen werden. Die während der Pandemie umgesetzten digitalen Initiativen und die bereits weit fortgeschrittene Digitalisierung der Gesundheitsinfrastruktur waren der Schlüssel zur Sicherung der Führungsposition dieser Länder.

Außerdem betonten die Forscher, dass die Fernüberwachung der Schlüssel zur Erbringung intelligenter Krankenhausdienstleistungen ist. Sie stellten auch fest, dass die beschleunigte Akzeptanz dieser Art Leistungserbringung während der Pandemie aufgrund von Schwierigkeiten bei der persönlichen Betreuung erheblich zugenommen hat. Deshalb geht man davon aus, dass sich dieser Trend in den nächsten fünf Jahren durchsetzen wird, „wenn sich die Patienten an die Fernüberwachung gewöhnt haben“.

In der Studie wird jedoch auch darauf hingewiesen, dass der unmittelbare (Echtzeit-)Charakter der Fernüberwachung geringe Latenzzeiten und Verbindungen mit hoher Bandbreite erfordert, um eine ununterbrochene und unveränderliche Übertragung von Daten zum Gesundheitszustand zu gewährleisten.

Für Wears bietet die Fernüberwachung auf dem Gesundheitssektor Netzbetreibern die Möglichkeit, sich in die Wertschöpfungskette des digitalen Gesundheitswesens einzubringen.

Beispiele für Innovationen

CENSIS – das schottische Innovationszentrum für Sensor-, Bildgebungs- und Internet-der-Dinge-Technologien – unterstützt eine Reihe von Projekten in Krankenhäusern und Gesundheitseinrichtungen, um die Effizienz des Personals zu steigern, die Erfahrungen der Patienten und der Pflegeteams zu verbessern sowie die Nachhaltigkeit zu erhöhen und öffentliche Gelder zu sparen.

Über das klinische Spektrum hinaus ist das Innovationszentrum in einem für CENSIS bedeutenden Wachstumsbereich tätig, der die Überwachung der Raumnutzung, die präventive Wartung von Geräten und die Verfolgung teurer tragbarer Geräte umfasst.

Ein weiteres treibendes Element der IoMT sind Low-Power-Langstreckennetze (LPWAN), die viele Jahre lang mit kleinen, kostengünstigen Batterien betrieben werden können. Sie sind dazu in der Lage, minimale Datenpakete zu übertragen, was sie ideal für die Überwachung z. B. von Herzfrequenz, Körpertemperatur oder Sauerstoffsättigung macht. Diese Technologie birgt das Potenzial, eine personalisierte Pflege in der häuslichen Umgebung zu ermöglichen.

Ein wichtiger Wachstumsbereich für CENSIS ist in den nächsten zehn Jahren das Projekt in Zusammenarbeit mit einer Einrichtung, die innovative, hochwertige Pflege für Senioren und Menschen mit langfristigen körperlichen Behinderungen anbietet. Dabei ist das Ziel, die IoMT-Technologie in die Gemeinde zu integrieren, um die Lebensqualität der Gemeindebewohner zu sichern.

Scottish Health Innovations zeigt auch andere Beispiele für Neuerungen, wie z. B. intelligente Pillen, die mithilfe mikroskopisch kleiner Sensoren Daten an in die Arterien implantierte Geräte übertragen und so medizinisches Fachpersonal bei frühen Anzeichen eines Schlaganfalls warnen können.

Prognosen für den Sektor

Sicher ist, dass die Pandemie als Katalysator für die Entwicklung und Einführung digitaler Technologien im Gesundheitssektor diente. Denn die Investitionen und die Geschäftstätigkeit im Jahr 2021 übertrafen die der Vorjahre. Laut dem Investment-Management-Unternehmen für digitale Gesundheit und medizinische Technologien Spex Capital wird dieser Industriezweig bis 2026 mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 28,5 % voraussichtlich einen Wert von etwa 650 Milliarden USD erreichen. Die virtuelle Versorgung durch Telemedizin und Fernüberwachungslösungen wird auch in Zukunft ein äußerst wichtiges Instrument zur Förderung eines breiten Zugangs zur Gesundheitsversorgung sein. Allerding gibt es noch ein großes Potenzial, das mit vielen weiteren Innovationen im IoMT-Bereich ausgeschöpft werden kann.

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