Europäischer Satelliten-Riese geboren

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In Europa entsteht ein neuer Satelliten-Gigant: Das französische Unternehmen Eutelsat Communications und das britische Unternehmen OneWeb haben eine Absichtserklärung unterzeichnet, um gemeinsam ein führendes Unternehmen im Bereich der Konnektivität zu schaffen. Dabei will Eutelsat mit einer Flotte von 36 geostationären (GEO-)Satelliten antreten, während OneWeb 648 LEO(Low Earth Orbit)-Satelliten einbringen wird – von denen sich heute bereits 428 in der Umlaufbahn befinden. Das entstehende Unternehmen könnte damit ein europäischer Konkurrent von SpaceX werden, dem Eigentümer der US-amerikanischen Starlink-Satellitenkonstellation.

„Der Zusammenschluss beider Unternehmen wird eine globale Innovation darstellen, die LEO-Konstellationen und GEO-Assets zusammenführt, um auf diese Weise die großen Wachstumschancen im Konnektivitätssektor zu nutzen. Zudem können wir so unseren Kunden Lösungen für ihre ständig steigenden Anforderungen bieten. Der Zusammenschluss wird die Kommerzialisierung der OneWeb-Flotte beschleunigen und das Attraktivitätsprofil von Eutelsat erhöhen. Darüber hinaus wird die Verbindung ein erhebliches Wertschöpfungspotenzial mit sich bringen, das auf einer ausgewogenen Mischung aus Umsatz-, Kosten- und CAPEX-Synergien beruht. Dies ist ein echter Wendepunkt für unsere Branche“, sagt Dominique D’Hinnin, Präsident von Eutelsat.

„Die positiven ersten Ergebnisse unserer Dienste und unsere starke Pipeline stellen eine attraktive Gelegenheit im schnell wachsenden Segment der Satellitenkonnektivität dar – insbesondere für Kunden, die sich eine Hochgeschwindigkeitsverbindung mit geringer Latenzzeit wünschen. Unsere Abnehmer suchen aktiv nach einem kombinierten GEO/LEO-Angebot“, betont Sunil Bharti Mittal, CEO von OneWeb.

Nach Ansicht der beiden Unternehmen bieten sich auf dem Konnektivitätsmarkt beträchtliche Möglichkeiten, die durch die wachsende Nachfrage im B2B- und B2C-Segment weiter angeheizt werden. Laut Prognose sollen die Marktsegmente in den nächsten zehn Jahren um das Drei- bzw. Fünffache wachsen und so bis 2030 einen Gesamtwert von rund 16 Milliarden US-Dollar erzielen – wobei das Wachstum durch GEO-HTS- und LEO-Kapazitäten erreicht wird.

Eutelsat und OneWeb sehen ihre Aktivitäten als äußerst komplementär an. Die beiden Unternehmen haben einen klaren Fahrplan erstellt, um im Laufe der Zeit einen GEO/LEO-Dienst zu entwickeln, der sowohl eine gemeinsame Plattform als auch hybride Terminals und ein vollständiges gemeinsames Netz umfasst. Auf diese Weise sollen ein einzigartiges Angebot und eine hervorragende Nutzererfahrung geschaffen werden.

Der Zusammenschluss ereignete sich mehr als zwei Jahre nachdem OneWeb Konkurs angemeldet hatte. Die britische Regierung und Mittals Bharti Global zahlten schließlich jeweils 500 Millionen US-Dollar für einen 45-prozentigen Anteil an dem Unternehmen. Anfang 2021 hat sich OneWeb darüber hinaus zusätzliche Finanzmittel für den Start von Hunderten von Satelliten gesichert.

Die Transaktion erfolgt über einen Aktientausch: Eutelsat übernimmt 100 % von OneWeb, ohne den Sonderanteil der britischen Regierung. Die OneWeb-Aktionäre erhalten wiederum 230 Millionen neu ausgegebene Eutelsat-Aktien, was 50 % des erweiterten Aktienkapitals entspricht. Allerdings muss der Zusammenschluss der beiden Unternehmen noch von den Aufsichtsbehörden und den Eutelsat-Aktionären genehmigt werden – soll aber bis Mitte 2023 abgeschlossen sein.

Währenddessen in Spanien …

Telefónica Tech und Telefónica Global Solutions (TGS), zwei Abteilungen von Telefónica, arbeiten gemeinsam mit dem Satellitentelekommunikationsbetreiber Satelliot an der Entwicklung eines Konnektivitätsdienstes mit dualer 5G-NB-IoT-Technologie. Mit anderen Worten: Die beiden Unternehmen haben das Ziel, IoT-Geräte über Satelliten mit 5G-Netzen zu verbinden.

Das Ziel: Technik für IoT-Konnektivität überall dort anzubieten, wo sie benötigt wird – einschließlich der Abdeckung des Seeverkehrs. Hierfür soll es einen globalen Satellitendienst geben, der LEO-Konstellationen in einer Höhe zwischen 500 und 1.000 Kilometern nutzt und damit weit unter den herkömmlichen geostationären (GEO) Satelliten liegt. Da NB-IoT-Geräte ohnehin mit den 3GPP-Normen konform sind, können sie sich zudem mit bestehenden terrestrischen Netzen und neuen Satellitennetzen verbinden.

Für diesen 5G-Satelliten-Konnektivitätsdienst werden keine Geräte benötigt, die bereits in der NB-IoT-Konnektivität Verwendung finden. Man erwartet, dass die Sektoren Landwirtschaft, Schifffahrt, Windkraftanlagen, Solarfarmen und Viehzucht am meisten von der Neuerung profitieren, da sie die Abdeckung für IoT-Netzwerke in entlegenen Gebieten benötigen. Telefónica Tech und TGS planen, noch in diesem Jahr die ersten vorkommerziellen Pilotprojekte mit Kunden zu starten.

Einem Bericht von Ericsson zufolge werden bis 2027 weltweit mehr als 30 Milliarden Geräte mit dem Internet der Dinge (IoT) verbunden sein.

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