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  • IoT
  • Juli 27, 2021

Einheitliche Standards für intelligentes Wohnen

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Das US-Unternehmen WiredScore hat eine Art Gebäude-IQ ins Leben gerufen. Ziel davon ist, einen Standard für den Begriff „smart” unter den Gebäuden zu etablieren, die IoT (Internet der Dinge)-Sensoren und -Geräte nutzen.

WiredScore war klar, dass „smart” ein unscharfer Begriff ist, wenn es um Gebäude geht – und dass es wenig Konsens darüber gibt, was wichtig ist, um eine solche Intelligenz zu gewährleisten. Daher wurde SmartScore von einem Gremium entwickelt, das gemeinsam einen „intellektuellen” Rahmen für intelligente Gebäude geschaffen hat.

Die neue Zertifizierung kann als Grundlage für den zunehmend digitalen und boomenden Bausektor dienen – bis 2025 soll der Markt für intelligente Gebäude die Zahl von 180,9 Milliarden Dollar erreichen.

Quelle: Smart Buildings Market Report

SmartScore berücksichtigt einen nutzerzentrierten, ergebnisorientierten Ansatz. Dieser stützt sich auf digitale Technologien , um die sich entwickelnden Erwartungen zu übertreffen. Die vier Ergebnisse, die für intelligente Gebäude in Betracht gezogen werden, sind folgende: inspirierende Erlebnisse, Nachhaltigkeit, ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und ein Design, das im Laufe der Zeit Bestand haben kann (Zukunftssicherheit).

Die Bewertung der Intelligenz von Gebäuden erfolgt zum einen aus der Perspektive der Nutzer. Das heißt, die Funktionalitäten, die helfen können, Menschen anzusprechen und die Probleme zu lösen, mit denen sie konfrontiert sind.Und zum anderen aus einer technologischen Perspektive, die die Tools analysiert, die zur Bereitstellung dieser Funktionalitäten verwendet werden.

Laut WiredScore lässt sich die technologische Grundlage von Smart Buildings in sechs Hauptkategorien einteilen:

  1. Digitale Konnektivität: Sichere, zuverlässige und dedizierte Verbindungen, die für Benutzer und Systeme verfügbar sind.
  2. Systeme: Hardware und Software zur Steuerung von Gebäuden (z. B. Heizungs- und Beleuchtungssysteme) und zur Bereitstellung vieler intelligenter Funktionen.
  3. Integrationsnetzwerk: Netzwerk, das durch das Gebäude verläuft und die Systeme verbindet, in die sich die Bewohner integrieren können.
  4. Steuerung: Richtlinien und Methoden hinter den im Gebäude verwendeten Technologien; ein Fahrplan für zukünftige Verbesserungen, Leistungskennzahlen und eine Feedbackschleife.
  5. Cybersecurity: Richtlinien, Praktiken und Prozesse, die die Sicherheit der Systeme und Daten des Gebäudes gewährleisten.
  6. Gemeinsame Nutzung von Daten: Die wesentliche Datenbank des Gebäudes und ihre rechtlichen, ethischen und praktischen Aspekte.

WiredScore startete seine erste Zertifizierung für Gebäude im Jahr 2013 in New York City. Damals mit der Unterstützung des Bürgermeisters Michael Bloomberg. Das Unternehmen sagt, dass es bis heute mehr als 65 Millionen Quadratfuß an kommerziellen Büroflächen zertifiziert hat. Nun betritt es, wie die neue Zertifizierung, die Smart-Building-Arena.

Mehr als smart

Nicht nur smarte Gebäude stehen im Fokus – sondern auch sogenannte gesunde Gebäude. Dieser Gebäudetyp wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als ein Raum definiert, der die physische, psychische und soziale Gesundheit sowie das Wohlbefinden der Menschen fördert. Gesunde Gebäude sind durch die Auswirkungen der Pandemie noch stärker in den Fokus gerückt. Die Unternehmen müssen sicherstellen, dass die Mitarbeiter sicher und gesund ins Büro zurückkehren und sich bei der Erfüllung ihrer täglichen Aufgaben wohlfühlen.

Der Investmentmarkt schenkt dieser Forderung bereits Beachtung. Ein Bericht mit dem Titel „A New Investor Consensus: The Rising Demand for Healthy Buildings” („Die steigende Nachfrage nach gesunden Gebäuden“), an dem weltweit tätige Immobilien-Investmentmanager und Aktionäre mit einem Vermögen von insgesamt 5,75 Billionen US-Dollar, teilnahmen, prognostiziert eine wachsende Nachfrage nach Objekten, die die Gesundheit und das Wohlbefinden der Bewohner in den Vordergrund stellen. In einer Umfrage, die zu dem Bericht führte, erwarten 92 % der Befragten eine steigende Nachfrage nach gesunden Gebäuden in den nächsten drei Jahren.

Die Nachfrage nach gesunden Gebäuden ist laut der Umfrage in den letzten zehn Jahren gewachsen. Denn zugleich ist das Bewusstsein der Investoren für die „Bedeutung von Gesundheit und Wohlbefinden für Umwelt-, Sozial- und Unternehmensführungsstrategien (ESG)” gestiegen.

Der Bericht hebt jedoch hervor, dass nur 53 % der Befragten Gesundheit und Wellness in größerem Umfang in ihre ESG-Strategien einbeziehen. Dies eröffnet einen erheblichen Spielraum für Wachstum bei gesunden Gebäuden.

Aus diesem Grund führte das MIT Real Estate Innovation Lab eine Umfrage in zehn Großstädten in den USA durch, um dieses Szenario zu verstehen und die finanziellen Auswirkungen gesunder Gebäude auf die Mietpreise zu ermitteln. Die Ergebnisse zeigten, dass die Miete für den Quadratmeter gesunder Gebäude um 4,4 % bis 7,7 % teurer war, verglichen mit dem Betrag, den ähnliche Gebäude ohne Zertifizierung verlangten. Mit diesen Zahlen unterstrichen die Forscher, dass es für Vermieter einen echten Vorteil darstellt, in die Gesundheit ihrer Mieter zu investieren.

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