Google Cloud und Fitbit kündigen Konnektivitäts-Lösung für Gesundheitsdaten an

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Fitbit Health Solutions und Google Cloud haben eine Lösung für Unternehmen aus dem Gesundheitswesen und den Biowissenschaften angekündigt. Mit ihr sollen sich Analysen und die daraus resultierenden Erkenntnisse beschleunigen lassen: Daten von Fitbit-Geräten, deren Austausch der Nutzer zugestimmt hat, werden über die Fitbit-Web-API zugänglich sein. Die so erstellen Auswertungen sollen das Management chronischer Gesundheitszustände erleichtern und auch den Fortschritt in der klinischen Forschung unterstützen.

Der neue Dienst Device Connect for Fitbit befasst sich mit der Interoperabilität von Gesundheitsdaten, um „das Unsichtbare sichtbar zu machen“. Unter Verwendung von Google-Cloud-Technologien bietet der Service mehrere vordefinierte Komponenten, um Fitbit-Daten zugänglich, interoperabel und nützlich zu machen – wobei Sicherheit und Datenschutz gewährleistet bleiben.

Mit einem Open-Source-Datenkonnektor, automatischer Datennormalisierung und Integration mit Google Cloud BigQuery ist Device Connect für Fitbit auch mit aufkommenden Standards wie Open mHealth kompatibel. Außerdem macht es Interoperabilität möglich, wenn es mit der Cloud Healthcare API für das Training künstlicher Intelligenz verwendet wird.

Ein vorgefertigtes interaktives Visualisierungs-Dashboard kann für verschiedene klinische Umgebungen und Anwendungsfälle angepasst werden. Das macht es möglich, die gewonnenen Erkenntnisse schneller zu präsentieren. Die neue Lösung kann an mehreren Fronten helfen:

  • Prä- und postoperativ: Patienten werden vor und nach einer Operation durch die Verfolgung von Verhaltenskennzahlen wie Aktivitätsniveau, Schlaf, Gewicht und Stress unterstützt. Dadurch erhalten die Pflegeteams auch außerhalb des Krankenhauses Informationen über den Zustand der Patienten.
  • Management chronischer Erkrankungen: Bei Diabetikern ist es zum Beispiel ein ständiges Anliegen, den Blutzuckerspiegel in einem akzeptablen Bereich zu halten. Auch Herzkrankheiten und Bluthochdruck erfordern eine kontinuierliche Betreuung. Device Connect für Fitbit kann das Verständnis für Lebensstilfaktoren verbessern – und es dem Gesundheitspersonal ermöglichen, eine stärker personalisierte Pflege sowie weitere Hilfsmittel anzubieten.
  • Gesundheit der Bevölkerung: Ein besseres Management von gesellschaftlichen Gesundheitsindizes mit Schwerpunkt auf präventiver Pflege kann dazu beitragen, das Voranschreiten chronischer Krankheiten zu verringern. Außerdem lassen sich so die Lebensqualität der Menschen verbessern und die Behandlungskosten senken. Nutzer von Fitbit-Geräten können ihre Daten auch an Organisationen weitergeben, die Dienste zur Optimierung des Lebensstils anbieten, um chronischen oder akuten Krankheiten vorzubeugen und diese zu behandeln.
  • Medizinische Forschung: Klinische Studien sind auf Patientendaten angewiesen. Die Erhebung von Daten von Studienteilnehmern in Arztpraxen kann nur den Zustand zu einem bestimmten Zeitpunkt wiedergeben – und liefert nicht unbedingt Informationen über den Lebensstil. Fitbit wurde in mehr als 1.500 veröffentlichten Studien eingesetzt. So konnten die Untersuchungen mit mehr Erkenntnissen über den Lifestyle angereichert werden, was die Qualität der Forschung verbesserte.
  • Gesundheitliche Chancengleichheit: Die Beseitigung gesundheitlicher Ungleichheiten ist eine Priorität im gesamten medizinischen Bereich. Die Analyse von Fitbit-Daten mit Datensätzen wie demografischen und sozialen Determinanten in Bezug auf Gesundheit kann Unternehmen und Gesundheitsforschern neue Erkenntnisse über Ungleichheiten in verschiedenen Bevölkerungsgruppen liefern – z. B. über Fettleibigkeit bei Kindern aus einkommensschwachen Familien oder ein erhöhtes Risiko für schwangerschaftsbedingte Komplikationen bei Schwarzen Frauen.

30 % der erzeugten Daten entfallen weltweit allein auf das Gesundheitswesen. Ein Großteil dieses Volumens wird aus dem Internet der medizinischen Dinge (IoMT) sowie von Endnutzern verwendeten tragbaren Geräten stammen. Die Gewinnung von Erkenntnissen aus den Daten von Wearables kann jedoch eine Herausforderung darstellen: Denn bisher gibt es keine Standardisierung zwischen den Geräten, was zu unterschiedlichen Datentypen und -formaten führt.

Genau in diesem Bereich soll der neue Dienst Device Connect for Fitbit ansetzen. Mit dieser neuen Lösung können Unternehmen des Gesundheitswesens einen ganzheitlichen Blick auf die Patienten außerhalb der klinischen Versorgungsumgebung werfen. Dank dieser Erkenntnisse wird es möglich, das eigene Verständnis von Verhaltensweisen und Trends zu verbessern, während die Patienten ihrer Routine nachgehen. Auf diese Weise wird man eher in der Lage sein, die Pflege, die Arbeit der Forscher und natürlich auch die Patienten selbst zu optimieren. Laut einer im letzten Jahr durchgeführten Umfrage glauben 9 von 10 Ärzten (92 %), dass sich die Technologie positiv auf die Patientenerfahrung auswirken kann. 96 % der Befragten stimmen zudem der Aussage zu, dass der leichtere Zugang zu wichtigen Informationen Leben retten kann.

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