Die Zeit für hybride Rechenzentren ist reif

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Die Infrastruktur von Unternehmen verlagert sich zunehmend auf verteilte Anwendungen in der Cloud. Somit verändert sich auch das Rechenzentrum an sich. Denn die hohe Anwendungsverfügbarkeit und der eingeschränkte Zugriff auf Ressourcen verdrängen Anwendungen aus den traditionellen Rechenzentren. Auch der Wunsch, von Investitionsausgaben (Capex) auf Betriebsausgaben (Opex) umzusteigen, trägt dazu bei. Das macht den Übergang zu einem hybriden Modell unumgänglich, bei dem ein Rechenzentrum vor Ort seine Hauptrolle bei Infrastrukturentscheidungen abgibt.

Mit anderen Worten: Die Funktionen des Rechenzentrums können nicht mehr an einem einzigen physischen Standort zentralisiert werden. Stattdessen werden komplexer Geschäftsanforderungen an verschiedene Cloud-, Rechenzentrums-, Colocation- und Edge-Standorten erfüllt.

Laut Gartner stellen I&O-Führungskräfte fest, dass Rechenzentren immer schwieriger zu planen und zu verwalten sind. Das liegt daran, dass die Arbeitslasten und die Infrastruktur über die traditionellen zentralen Standorte hinausgehen. Um komplexe Probleme zu lösen, ist eine umfassendere Sichtweise auf die Architektur und des Betriebs von Rechenzentren erforderlich. Daher müssen I&O-Führungskräfte auch die Rechenzentrumsumgebung automatisieren. Die richtige Nutzung von As-a-Service-Modellen wird darüber hinaus auch die Verwaltungslast in Bezug auf Infrastrukturen verringern, indem bestimmte Aufgaben an Partner ausgelagert werden.

Außerdem haben die Analysten des Beratungsunternehmens bereits eine Reihe von Empfehlungen ausgearbeitet, die dabei helfen sollen, Rechenzentren in die optimale Richtung zu entwickeln.

1 Erweiterung von Bereitstellungsoptionen durch die Integration der hybriden Cloud in einen holistischen Architekturansatz bei der Application Delivery – Die Funktionen eines Rechenzentrums, einschließlich Netzwerk, Backup, Rechenleistung und Speicher, werden zunehmend virtualisiert. Deshalb muss die gesamte Infrastruktur zu Planungs- und Verwaltungszwecken als ein hybrides Cloud-IT-Betriebsmodell betrachtet werden. Das bedeutet, dass die Funktionen nicht mehr als einzelne Komponenten auf der Domänenebene, sondern strategisch auf der Systemebene betrachtet werden.

Ausgehend von einer Makroansicht des Unternehmens sollte daher die gesamte Systemarchitektur mit Blick auf Flexibilität und Skalierbarkeit konzipiert werden, damit sie die veränderlichen Anforderungen der Endbenutzer und Anwendungen erfüllen kann. Denn Flexibilität, Einfachheit und Verwaltbarkeit werden die Schlüsselattribute für den Systementwurf in einer verteilten Umgebung sein.

2 – Bereitstellung von Kernfunktionen des Rechenzentrums über As-a-Service-Modelle – Diese Konzepte haben den traditionellen Kauf- und Abschreibungs-Lebenszyklus hinter sich gelassen. Denn so können Unternehmen nur das kaufen, was sie für den Zeitraum auch wirklich benötigen. Damit verringern sie den Investitionsaufwand für die Infrastruktur und deren Entsorgung am Ende ihrer Nutzungsdauer. Außerdem ist das Cloud-as-a-Service-Modell flexibler, da es in einer Multi-Tenant-Umgebung softwaregesteuert ist. Denn Vor-Ort-Dienste sind durch die Vertragslaufzeit und den Einsatz von Single-Tenant-Hardware eher eingeschränkt – selbst wenn man die Verfügbarkeit von intermittierenden Kapazitäten berücksichtigt.

Die Herausforderungen des positiven oder negativen Wachstums sowie der Kapazitätsplanung, die das verteilte Modell mit sich bringt, machen eine Fähigkeit besonders wichtig: Ressourcen müssen schnell und flexibel verfügbar sein, um die Nutzungsnachfrage zu befriedigen. Das ist auch der Grund, warum das Capex-Modell zu starr und für die modernen „On-Demand“-Bedürfnisse von Entwicklern und Endnutzern ungeeignet ist.

Viele Unternehmen verfügen nicht über die erforderlichen Fähigkeiten oder internen Ressourcen, um die nötigen Aktualisierungszyklen und Umgestaltungsprozesses an ihrer Infrastruktur durchzuführen. Andere vernachlässigen die Verwaltung ihrer Infrastruktur, da sie nicht zum Kernbestandteil ihres Geschäftsmodells gehört. Mit As-a-Service-Modellen werden die Ressourcenzuweisung und die Kapazitätserweiterung zu einer Dienstleistung mit einem vorher festgelegten Service Level Agreement (SLA) – und löst somit den zeitaufwendigen Prozess der Budgetierung, Planung, Beschaffung und Bereitstellung ab. Somit ermöglichen es diese Modelle, sich auf die Ergebnisse zu konzentrieren ohne langfristige Kapitalverpflichtungen einzugehen.

3 – Investitionen in Werkzeuge und Tools zur Infrastrukturautomatisierung steigern die Fähigkeit, Kundenanforderungen zu bedienen – Die Automatisierung der Infrastruktur lässt sich durch Plattform-as-a-Service(PaaS)-Angebote mit Anbieter-eigener Automatisierungssoftware realisieren. Der Vorgang kann aber auch durch Standardsoftware umgesetzt werden, die speziell für Unternehmensumgebungen entwickelt wurde.

In beiden Fällen können Routineaufgaben auf die Software-Automatisierungs-Suite übertragen werden, um die betriebliche Effizienz und Produktivität zu steigern. Das erpart auch den IT-Teams die Erledigung von Aufgaben, die ohne menschliche Hilfe erledigt werden können.

In einer kürzlich durchgeführten Gartner-Umfrage wiesen I&O-Führungskräfte auf den Bedarf an Unternehmensautomatisierung in ihren Rechenzentren hin.

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