{"id":5577,"date":"2022-08-05T09:25:21","date_gmt":"2022-08-05T09:25:21","guid":{"rendered":"https:\/\/network-king.net\/microsoft-testet-rechenzentrum-auf-basis-von-wasserstoffzellen\/"},"modified":"2022-08-05T09:30:36","modified_gmt":"2022-08-05T09:30:36","slug":"microsoft-testet-rechenzentrumbetrieb-mit-wasserstoffzellen","status":"publish","type":"articles","link":"https:\/\/network-king.net\/de\/microsoft-testet-rechenzentrumbetrieb-mit-wasserstoffzellen\/","title":{"rendered":"Microsoft testet Rechenzentrumbetrieb mit Wasserstoffzellen"},"content":{"rendered":"\n<p>Ein Experiment, das mit der Landung eines Menschen auf dem Mond vergleichbar ist: So bezeichnet Sean James, dem Leiter der Rechenzentrumsforschung von Microsoft, einen Versuch, den das Unternehmen Ende Juni letzten Jahres durchf\u00fchrte. Wasserstoff-Brennstoffzellen in zwei Containern fungierten dabei als gro\u00df angelegter Notstromgenerator \u2013 ein potenzieller kohlenstofffreier Ersatz f\u00fcr die Diesel-betriebenen \u00c4quivalente, die bei gro\u00dfen Ausf\u00e4llen in Rechenzentren den Betrieb aufrechterhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Rechenzentren von Microsoft arbeiten nach einem sogenannten \u201eFive Nines\u201c-Verf\u00fcgbarkeitsschema, d. h. sie sind zu 99,999 % der Zeit betriebsbereit. Um eine solch hohe Disponibilit\u00e4t zu gew\u00e4hrleisten, sind sie auf Generatoren angewiesen, die die durchg\u00e4ngige Stromversorgung sicherstellen. <\/p>\n\n\n\n<p>Wenn sie in Betrieb sind, verbrennen diese Generatoren in der Regel fossile Brennstoffe. Im Rahmen der Initiativen zur Abschaffung von Dieselkraftstoff begann Microsoft daher, kurz- und langfristige nachhaltige Alternativen zu pr\u00fcfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor dem aktuellen Erfolg k\u00fcndigte Microsoft im November 2021 an, dass die <a href=\"https:\/\/news.microsoft.com\/europe\/2021\/11\/16\/microsoft-opens-its-sustainable-datacenter-region-in-sweden-creating-new-opportunities-for-a-cloud-first-sweden\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">nachhaltigen Rechenzentren in Schweden<\/a> auf Biodiesel des schwedischen Anbieters Preem setzen. Er besteht zu etwa 50 % aus erneuerbaren Rohstoffen und weist eine fast gleichwertige Reduktion der Netto-Kohlendioxidemissionen im Vergleich zu fossilen Dieselmischungen auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch zur\u00fcck zu den Wasserstoffbrennzellen: Im Jahr 2018 begann eine Microsoft-Initiative damit, die Protonenaustauschmembran(PEM)-Technologie als alternative L\u00f6sung f\u00fcr Dieselgeneratoren zu untersuchen. Laut Lucas Joppa, Chief Environmental Officer von Microsoft, soll diese Entwicklung Kohlenstoffemissionen vermeiden. PEM-Brennstoffzellen verbinden Wasserstoff und Sauerstoff in einer chemischen Reaktion, die Strom, W\u00e4rme und Wasser erzeugt \u2013 ganz ohne Verbrennung, Partikel und Kohlenstoffemissionen.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Zellen werden h\u00e4ufig in der Automobilindustrie eingesetzt, da sie sich wie Dieselmotoren schnell starten und stoppen lassen. Aufgrund ihrer Flexibilit\u00e4t ist eine solch schnelle Reaktionsf\u00e4higkeit ideal f\u00fcr den Antrieb von Notstromgeneratoren in Rechenzentren.<\/p>\n\n\n\n<p>Ebenfalls 2018 arbeitete Microsoft mit Ingenieuren des National Renewable Energy Laboratory in Golden im US-Bundesstaat Colorado zusammen. Ziel war es, eine Computeranlage mit einem 65-Kilowatt-EMP-Brennstoffzellengenerator zu betreiben. Im Jahr 2020 beauftragte das Team Power Innovations die Erprobung einer Notstrom-L\u00f6sung: Mit dieser k\u00f6nnen zehn Serverschr\u00e4nke in einem Rechenzentrum 48 Stunden am St\u00fcck mit einem 250-Kilowatt-Wasserstoff-Brennstoffzellensystem betrieben werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem dieser Versuch gegl\u00fcckt war und ein Proof of Concept erstellt wurde, machte sich das Team daran, die M\u00f6glichkeiten eines Drei-Megawatt-Systems zu testen. Es ist gro\u00df genug, um einen Dieselgenerator in einem Rechenzentrum zu ersetzen (der etwa 10.000 Computerserver oder 600 Haushalte mit Strom versorgen k\u00f6nnte). Allerdings musste dabei eine wesentliche H\u00fcrde \u00fcberwunden werden \u2013 der Bau eines viel gr\u00f6\u00dferen PEM-Brennstoffzellensystems, das mehr als zehnmal so gro\u00df ist wie das im Rahmen des Proof of Concept getestete.<\/p>\n\n\n\n<p>Der endg\u00fcltige Entwurf sieht 125 Kilowatt-Brennstoffzellen vor, von denen 18 in jedem Container montiert sind. Damit handelt es sich um die gr\u00f6\u00dften, die der Brennstoffzellen-Entwickler <a href=\"https:\/\/www.plugpower.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Plug<\/a> jemals hergestellt hat. Ein Novum ist auch die Drei-Megawatt-Anlage \u2013 die gr\u00f6\u00dfte technische L\u00f6sung dieser Art von Plug. \u201eDieses Projekt ist das Interessanteste, was ich je gemacht habe. Ich wei\u00df nicht, wie ich das in meiner Karriere noch \u00fcbertreffen kann. Es gibt so viele Teile dieses gro\u00dfartigen Puzzles \u2013 zu sehen, wie sie sich alle zusammenf\u00fcgen und gut und best\u00e4ndig funktionieren, ist extrem beeindruckend\u201c, sagt Hannah Baldwin, Elektroingenieurin in der Plug-Gruppe.<\/p>\n\n\n\n<p>An jenem Junitag in Latham und in den folgenden Wochen unterzog das Team von Spink das Drei-Megawatt-Wasserstoff-Brennstoffzellensystem den gleichen Tests, die Microsoft zur Qualifizierung von Dieselgeneratoren verwendet. Ziel war es, zu beweisen, dass die Anlage zuverl\u00e4ssig l\u00e4uft \u2013 einschlie\u00dflich simulierter Stromausf\u00e4lle und stundenlanger Laufzeiten.\r\n<\/p>\n\n\n\n<p>Tests haben gezeigt, dass das neue System, auch bei simulierten Stromausf\u00e4llen und stundenlangem Betrieb, best\u00e4ndig und verl\u00e4sslich in der Lage ist, auf dem gleichen Niveau wie Dieselgeneratoren zu arbeiten.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eBei diesem Projekt handelt es sich um die Fortsetzung einer Reise, die wir 2018 begonnen haben. Und als wir 2020 die Arbeit mit kleineren Versuchen ank\u00fcndigten, prognostizierten wir bereits, dass es irgendwann in Zukunft zu einem Drei-Megawatt-Test kommt. Die Zukunft ist da\u201c, betont Mark Monroe, Principal Infrastructure Engineer im Microsoft-Entwicklungsteam f\u00fcr fortschrittliche Rechenzentren.<\/p>\n\n\n\n<p>Microsoft wird eines der Brennstoffzellensysteme der zweiten Generation in einem Forschungsdatenzentrum installieren. Dort steht es f\u00fcr Praxisarbeiten zur Verf\u00fcgung: Ingenieure lernen, wie sich mit der neuen Technologie arbeiten l\u00e4sst und wie man sie einsetzt \u2013 einschlie\u00dflich der Entwicklung von wasserstoffbezogenen Sicherheitsprotokollen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-so-kostenintensiv-sind-wasserstoff-technologien\">So kostenintensiv sind Wasserstoff-Technologien<\/h2>\n\n\n\n<p>Wasserstoff gilt als \u201esauberer\u201c Energielieferant \u2013 allerdings kommt Wasserstoff in der Natur nur in Form von Verbindungen mit anderen Elementen vor. Die Abspaltung galt lange Zeit als kostspielige Herausforderung. Ganz zu schweigen davon, dass die Ressourcen, die f\u00fcr die Speicherung, den Transport und die Gewinnung von Energie erforderlich sind, ihre Nutzbarkeit einschr\u00e4nken. In den letzten zehn Jahren hat sich jedoch einiges ge\u00e4ndert, so Darin Painter, Vice President of Sales and Product Management bei Plug.<\/p>\n\n\n\n<p>Dem Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer zufolge wurde dieser Wandel durch Fortschritte im Wasserstoff-\u00d6kosystem und das wachsende Interesse und Engagement f\u00fcr Nachhaltigkeit vorangetrieben. Diese Weiterentwicklung hat auch mit den zuhauf vorhandenen Wind- und Sonnenenergiequellen zu tun, die die kosteng\u00fcnstige Erzeugung von sogenanntem gr\u00fcnem Wasserstoff mit Elektrolyseuren erm\u00f6glichen. Diese Maschinen funktionieren wie eine umgekehrte Brennstoffzelle: Sie nutzen Energie, um Wassermolek\u00fcle in Wasserstoff und Sauerstoff zu trennen. Wenn die f\u00fcr den Betrieb der Elektrolyseure verwendete Energie aus erneuerbaren Quellen stammt, gilt der erzeugte Wasserstoff als gr\u00fcn.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Experiment, das mit der Landung eines Menschen auf dem Mond vergleichbar ist: So bezeichnet Sean James, dem Leiter der Rechenzentrumsforschung von Microsoft, einen Versuch, den das Unternehmen Ende Juni letzten Jahres durchf\u00fchrte. Wasserstoff-Brennstoffzellen in zwei Containern fungierten dabei als gro\u00df angelegter Notstromgenerator \u2013 ein potenzieller kohlenstofffreier Ersatz f\u00fcr die Diesel-betriebenen \u00c4quivalente, die bei gro\u00dfen&#8230;<\/p>\n","protected":false},"featured_media":5572,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","format":[],"category":[74],"tags":[],"company":[],"topic":[],"class_list":["post-5577","articles","type-articles","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-datacenter"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/network-king.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/articles\/5577","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/network-king.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/articles"}],"about":[{"href":"https:\/\/network-king.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/articles"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/network-king.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5577"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/network-king.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5572"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/network-king.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5577"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/network-king.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/category?post=5577"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/network-king.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5577"},{"taxonomy":"format","embeddable":true,"href":"https:\/\/network-king.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/format?post=5577"},{"taxonomy":"company","embeddable":true,"href":"https:\/\/network-king.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/company?post=5577"},{"taxonomy":"topic","embeddable":true,"href":"https:\/\/network-king.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/topic?post=5577"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}